Störung des Tempelbaues.
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Diese begannen ihren feindseligen Geist zu bethütigen, alshätte es ihnen weniger am Herzen gelegen, am Kultus in JerusalemTheil zu nehmen, als daran, das judüische Gemeindewesen zuschädigen und den Tempelbau zu verhindern. Auf der einen Seitesuchten sie die Judäer, mit denen sie in Berührung kamen, laugegen Tempelbau zu machen, und ans der andern Seite gewannensie persische Beamte, ihn gradezu zu stören'). Wahrscheinlich habensie Verläumdungen angebracht, daß, wenn die Judäer im Besitz einesTempels sein und dadurch Anhänger für denselben gewinnen würden,sie eine zahlreiche Bevölkerung ausmachen und sich von Persienunabhängig machen würden^). So unterblieb der Bau, entwedervon selbst eingestellt oder von oben verboten, ganze fünfzehn Jahre.Cyrus mag keine Kunde davon gehabt haben, da er in den letztenJahren seiner Regierung in Kriege in weitentfernten Ländern, mitden Indiern und Massageten (Saken) beschäftigt war. Nach seinemTode (529) rüstete sein Sohn Kambyses einen umfassenden Kriegs-plan, um nicht nur Aegypten, sondern auch Aethiopien, Nubienund Karthago zu unterwerfen. Er hatte demnach kein Ohr für dieetwaigen Beschwerden der Judäer, daß die von seinem Vater ertheilteErlaubniß unausgeführt bleiben sollte. Kambyses mußte, um einensicheren Durchzug für sein zahlreiches Fußvolk längs der Küste desMittelmeeres durch das ehemalige Gebiet der Philister zu gewinnen,sich um eine Art B.undesgenossenschaft mit den dort wohnendenArabern oder Jdumäern bewerben 3). Dieses südliche NachbarvolkJuda's, da es sich von dem mächtigen persischen König umworbensah, durfte ungehindert das judäische Gemeinwesen schädigen. Sowiederholte sich für die eingewanderten Judäer die schlimme Lageder Zeit nach dem ersten Einzug der Israeliten in Kanaan: Dervon ihnen eingenommene Landstrich wurde ihnen von den Nachbar-völkerschaften mißgönnt, und sie stießen auf allen Seiten auf Feind-seligkeit^). Was konnten sie dagegen thun? Zn kriegerischer Gegen-wehr fehlte ihnen so gut wie Alles.
-> Esra 4, 4-5.
2) In dem Esra das. B. 12 fg. mitgetheiltcn Sendschreiben ist diese Anklagevorgebracht. Jndeß sind die Schreiben unecht, oder stammen jedenfalls auseiner spätern Zeit.
3> Herodot III. 4—5; vergl. oben S. 73 Anmerk.
4) Folgt aus Zacharia 1, 15; 2, 2—4. 12.