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Geschichte der Juden.
theiligen, und stellten den Antrag, daß sie als Glieder der judäischcnGemeinde ausgenommen werden mögen. Haben sie es mit dembeantragten Anschluß ernstlich gemeint, oder war er nur ein Vor-wand, um, wenn zugelassen, durch ihre Zahl die Stammgemeindczu beherrschen, und wenn abgewiesen, Grund zur Feindseligkeit zuhaben? Die Sache erschien den Judäern so wichtig, daß sie in Be-rathung darüber traten. Sernbabel und Jesua zogen die Familien-ältesten zur Berathnng hinzu, wie denn überhaupt in dieser Zeitdie republikanische Ordnung zur Geltung kam, daß bei jeder einiger-maßen wichtigen Angelegenheit die Häupter zur Mitberathungzugezogen zu werden pflegten. Die Entscheidung fiel abweisend aus.Sernbabel eröffnete den samaritanischen Häuptlingen, daß sie zumBau des Tempels nicht zugelassen werden sollten oder konnten.Diese Entscheidung war für die Zukunft von unangenehmen undstörenden Folgen. Die Samaritaner begannen seit dieser Zeit dasjudäische Gemeinwesen mit Haß und Ingrimm zu Verfolgei:, es mitoffener Gewalt oder Hinterlist auf allen seinen Wegen zu hemmen.Die berathende Gemeinde hat wohl auch die Folgen der Abweisungnicht übersehen; aber sie hat das geistige Wohl des neuen Ge-meinwesens ins Auge gefaßt und vorgezogen, das Volk von götzen-dienerischer Vermischung und Befleckung fern zu halten, von demes sich erst kurz vorher frei gemacht hatte. Sernbabel und derVertreter des Pricsterthums, die Tonangeber, scheinen wohl in Er-wägung gezogen zu haben, daß der traurige Geschichtsgang des Volksbis zum Untergang des Reiches und bis zur Verbannung lediglichdurch die Vermischung mit götzendienerischen Völkerschaften verschuldetwar. Hätten sie die Chuthäer in den Verband ausgenommen oder,was dasselbe wäre, sich mit ihnen verbunden, dann hätten sich dietraurigen Zeiten nach dem Tode Josua's und der Richter wiederholt.Das Götzenthum hätte wieder Eingang gefunden, und die damitverbundene Unsittlichkeit und Geistesstumpfheit wären wieder Folgedesselben gewesen. Die Versammlung der Familienhäupter bei derBerathung über Zulassung oder Abweisung der Samaritaner hatmit richtigem Takt gehandelt, die judäische Gottcserkenntniß undLehre rein vor fremder Beimischung zu erhalten und die aus-schließliche Selbstständigkeit zu bewahren. Es war eine Entscheidungvon großer Tragweite für die Zukunft. Daraus entwickelte sichsofort Reibung zwischen den Judäern und ihren Nachbarn im Norden.