Verfolgung in Babylonien.
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Babel, glücklich, wer dir das vergelten könnte, was du an uns ge-than, glücklich, wer deine Kinder ergreifen und an den Fels schleudernkönnte Babel wurde von dieser Zeit ebenso wie Edom verab-scheut. Dieser glühende Haß der nationalgesinnten Judäermag nicht an sich gehalten, sondern sich in Worten oder Hand-lungen Luft geinacht haben. Der baldige Untergang diesessündhaften, von Götzenthmn und Unzucht strotzenden Landes schienihnen gewiß. Mit Spannung folgten sie daher den kriegerischenFortschritten des Helden Cyrus, weil ein Zusammenstoß zwischendem aufstrebenden medisch-persischen Reiche und Babylonien un-vermeidlich schien. Cyrus hatte seine Waffen gegen das lydischeReich des Krösus gerichtet, und dieser hatte ein Schutz- undTrutzbündniß mit Nabonad und mit dem König Amasis vonAegypten geschlossen. Diese sahen voraus, daß die Reihe auch ausie kommen werde und suchten sich durch gegenseitige Bündnisse zustärken. Aber diese Bündnisse reizten den persischen Eroberer nurnoch mehr, die Selbstständigkeit Babyloniens, das seinem Reiche amnächsten lag, zu brechen. Haben vielleicht die judäischen Eunuchenam babylonischen Hofe oder die zur judäischen Lehre übergetretenenHeiden mit Cyrus Unterhandlungen angeknüpft und ihm heimlichKunde von den Vorgängen in Babel hinterbracht? Das Wohl-wollen, das der persische Held später den Judäern zeigte, und dieVerfolgung, welche Nabonad gegen die Judäer verhängte, führen aufdie Vermuthung, daß ein Einverständniß zwischen Cyrus und einigenJudäern bestanden oder wenigstens, daß der babylonische König sie imVerdacht eines solchen Einverständnisses gehalten hat. Nabonad warmit Ingrimm gegen sie erfüllt^).
Diese Verfolgung war zunächst gegen die Nationalgesiunteuund Frommen gerichtet; harte Strafen wurden über sie ver-hängt und mit Grausamkeit vollstreckt, als sollte der Kern desVolksthums, wie Hiob, durch Leiden geprüft und geläutert werden.Einigen wurde harte Zwangsarbeit aufgelegt, und davon bliebenselbst Greise nicht verschont^). Andere wurden noch grausamer indunkele Kerker gebracht^) oder wurden gerauft, geschlagen und ver-
y Ps. 137, 8—9.
21 Jesaia 41, 11—12; 51, 13 V.
b) Jesaia 47, 6.
«1 Das. 42, 7. 22; 49, 9; Ps. 107, 10-16.
Gractz, Geschichte der Juden. II. 2. Hälfte.
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