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Geschichte der Jude».
die Judäer aus der Verbannung entlassen und in ihre Heimathzurückkehren lassen möge*). Sie mögen um so eher auf Erfüllungihres Wunsches gerechnet haben, als Nabonad gleich nach seiner Thron-besteigung einen phönizischen Großen aus dem königlichen Hause,Namens Merbal, auf das Gesuch der Phönicier nach der Heimathzurückkehren ließ und zum Könige derselben einsetzte, und als diesernach einigen Jahren gestorben war, gestattete er dessen BruderHirom (Eiromos) nach Tyrus zurückzukehren und die Herrschaftanzutreten2). Sollte Nabonad nicht auch den Judäern dieselbeGunst gewähren? Schaltiel, der Sohn des Königs Jojachin,mag dieses Gesuch an den gekrönten Emporkömmling gestellt unddie judäischen Eunuchen am babylonischen Hofe es unterstützt haben.Allein Nabonad mochte die Söhne Juda's ebenso wenig aus Babylonentlassen 2 ), wie vormals Pharao die Söhne Israels aus Aegypten.
Diese getäuschte Hoffnung oder diese Zurücksetzung entzündetein den Gemüthern der nationalgesinnten Judäer einen glühendenHaß gegen Babel und seinen König. Die alten Wunden brachenwieder auf. Sie erinnerten sich lebhafter an die Eroberung, andie Einäscherung Jerusalems und an die Entweihung des Tempels.„Aufgerieben, verzweifelt hat mich Nebukadnezar gemacht, er hatmich als leeres Gefäß zurückgelassen, hat mich wie ein Ungeheuerverschlungen, hat seinen Wanst von meinen Leckerbissen gefüllt undmich verbannt. Mein Leid komme über Babel, spricht Zion, undmein Blut über die Bewohner Chaldäa's. — Wir schämen uns,daß wir so viel Schmähung vernommen, Schmach bedeckt unserAntlitz, daß Barbaren über das Heiligthum des Tempels Gottesgekommen warenZ. — Zwiefaches hat dich betroffen — wer kanndich bemitleiden? Plünderung und Zerstörung, Hunger und Durst,wer kann dich trösten? Deine Söhne lagen verschmachtet an allenStraßen wie der Auer im Garn5)." — „O grausame Tochter
ff Folgt aus Jeremia 50, 33: Lni-w -v es
liegt nämlich darin, daß das Gesuch gestellt worden war, sie zu entlassen.
ff Josephus I. eoutru ^piousm I. 21, aus einer phönic. Quelle. Die Zeitcrgiebt sich daraus, daß das 14. Jahr des Eiromos mit dem ersten Jahre Cyrus(538s zusammenfällt, daß also dieser um 551 zurückgckehrt ist und sein ältererBruder Merbal 4 Jahre vorher, 555 in Nabonad's erstem Regierungsjahr.3) Jeremia a. a. O. folgt auch aus Jes. 14, 17 b.ff Jeremia 51, 34. 51.ff Jesaia 51, 19 fg.