Der Prophet Ezechiel im Erile.
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wieder aufleben?"" Darauf habe er geantwortet: „„Du, Gott,weißt es."" Und als er den Gebeinen zugernfen, daß sie aufstehenmögen, habe er eine geräuschvolle Bewegung vernommen. Gebeinrückte an Gebein, Fleisch bedeckte sie, Haut spannte sich über sie,aber noch fehlte der Lebensodem. Da habe er den Winden znge-rnfen: „Von allen vier Seiten hauchet diese Leichen an." Da kamder Geist, sie standen auf ihren Füßen, eine große, große Menge.Das ist das Vorbild für das Haus Israel: „Ich werde eure Gräberöffnen, euch daraus erlösen und euch zum Boden Jsrael's hin-bringen, ich werde euch meinen Geist einhauchen und euch in euremLande Ruhe gewähren st."
Es gab aber eine andere Gruppe, welche aus einem andernGrunde an dem Aufkommen des vernichteten Volksthums verzagte.Sie fühlte sich von der Sündenlast erdrückt. Jahrhunderte langhatte das Volk seinein Gotte durch Götzendienst und andere Misse-thatcn Aergerniß bereitet. Das Alles könne ja nicht wieder unge-schehen gemacht werden, sondern die Sünden müßten doch wohlihre unvermeidliche Folge haben, den Tod des Sünders. DieseGruppe sprach: „Unsere Vergehen und unsere Sünden liegen aufuns, und durch sie müssen wir vermodern, wie könnten wir leben" ? 2)Auch diese verzweifelnde Anschauung bekämpfte der Prophet Ezechiel.Er erschütterte die alte ticfgewurzelte Anschauung von dem unzer-trennlichen Zusammenhang von Sünde und Strafe, daß eine Frevel-that unvermeidlich den Tod oder das Unheil des Frevlers herbei-sühren müsse. Er stellte wenn auch nicht zuerst, doch am eindring-lichsten die trostreiche Lehre von der Reue auf. Wer seine Sündenaufrichtig bereut und festen Vorsatz zur Besserung faßt, könnedie Folgen seiner Sünde abwcnden. Gott wünsche nicht den Toddes Sünders, sondern, insofern er seinen bösen Wandel fahrenläßt, so werde er leben. „Kehret zurück von eucrm bösen Wandel,Haus Israel, damit ihr nicht nntcrgeht"^). Oester und in ver-schiedenen Wendungen sprach Ezechiel von der zukünftigen Erlösungund malte sie mit idealen Farben aus. An dieser Heilszukunft
tz Das. 37, 1 fg.
2) Das. 33, 10.'
3) Das. V. 11 bezieht sich nicht auf einen einzelnen Sünder wie V- 19,sondern auf das sündhafte Volk, das zum Bewußtsein seiner Sündhaftigkeitkommen sollte.