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2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 2 (1876) Vom babylonischen Exile (586) bis zum Tode des Juda Makkabi (160)
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Verhalten der judäischen Großen im Exils. 7

der Heimath diese auszusaugen und zu mißhandeln oder, was aufdasselbe hinauslief, sich um ihre Untergebenen nicht zu kümmern, siein der fremden Umgebung dem Zufall zu überlassen, wie sie ihreExistenz führen sollten. Bon dem Ackerlande, das ihnen zugewiesenwar, wählten sie für sich die besten und fruchtbarsten Theile ausund überließen ihren Untergebenen das Schlechteres. Ezechielhatte allen prophetischen Eifer angewendct, um diese Thorheit undGemüthsvorhärtung aus dein Herzen der ersten Verbannten zu über-winden. Während der Kampf um und in Jerusalem wüthete unddie Aeltcstcn ihn bestürmten, ihnen den Ausgang zu verkünden,hatte er geschwiegen^. Wozu sollte er das zum hundertsten Malewiederholen, was er so oft verkündet hatte, daß Stadt, Nation undTempel unrettbar dem Untergang geweiht seien? Erst als ein Flücht-ling ihm angeküudigt hatte, daß das angedrohte Elend Wirklichkeitgeworden war, brach er sein Schweigen. Er täuschte sich zwarnicht, daß die Zuhörer, die sich um ihn sammelten, nicht um derBelehrung willen zu ihm kamen, sondern um einen Ohrenschmauszu haben. Sie hörten seine angenehme Stimme gern, und sieklang ihnen wie ein Liebeslied; seinen Ermahnungen Folge zuleisten, dachten sie gar nichts. Allein diese traurige Wahrnehmunghielt ihn nicht zurück, immer wieder zu sprechen; wenn von denHunderten, die ihn hörten, auch nur ein Einziger gebessert davonginge, hatte er Lohnes genug. Jedenfalls sollten sie wissen, daß einProphet unter ihnen warZ. Zunächst wandte sich Ezechiel gegendie gewissens- und herzlosen Familienhäupter, die Großen, welchesich im Exil eine behagliche Existenz geschaffen und ihre Stamm-genossen mit Härte behandelten.O, ihr Hirten Israels, die sichselbst weiden! Die Milch verzehrt ihr, kleidet euch in die Wolle,schlachtet das Gesunde . . . Das Schwache habt ihr nicht gestärkt,das Kranke nicht geheilt, das Verwundete nicht verbunden, dasVerirrte nicht zurückgebracht, das Verlorene nicht ausgesucht und

h Folgt aus Ez. Kap. 34. Hier ist nicht von den Königen in der Heimath,sondern von den Familienhäuptern im Exil die Rede, was aus V. 12 fg. folgt.Aus derselben Zeit und derselben Localität ist wohl auch Jeremia 23, 18und ist nur an die Rügen gegen die Könige angereiht.

2, Ez. 24, 27; 33, 22.

-h Das. 33, 30-32.

Das. V. 33.