Druckschrift 
2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 2 (1876) Vom babylonischen Exile (586) bis zum Tode des Juda Makkabi (160)
Entstehung
Seite
5
Einzelbild herunterladen
 

Ewil-Merodach und die judüischen Günstlinge. 5

gelangt und habe den Gott Jsrael's und seine Macht aner-kannt

Nebukadnczar's Sohn und Nachfolger, Ewil-Merodach(Jllorodamos), war seinem Vater durchaus unähnlich. Er hatteweder Kriegsmnth, noch Kriegslust, kümmerte sich wenig um dieStaatsgeschäfte, sondern brachte sein Leben unter Buhldirnen undVerschnittenen in seinem Palast zu. An seinem Hose scheinenauch judüische Jünglinge, namentlich aus dem königlich-davidischenHause herangezogen und als Eunuchen verwendet worden zu sein 2 .Wie oft haben solche Wärter des Harems und Diener der Launenihrer Herren, sich nicht zu Herren ihrer Herren emporgeschwungen!Der König Ewil-Merodach scheint unter dem Einflüsse eines judüischenEunuchen gestanden zu haben, der ihn günstig für den noch immerim Kerker gehaltenen König Jojachin stimmte. In demselben Jahre, inwelchem Ewil-Merodach zur Herrschaft gelangte, wendete er ihm eineerstaunliche Gunst zu. Er befreite ihn von seiner siebenunddreißig-jährigen Kerkerhaft (561), sprach gnädig und freundlich mit ihm,schenkte ihm königliche Gewänder, zog ihn an seine Tafel und ver-sorgte ihn reichlich mit allen Bedürfnissen. Wenn der babylonischeKönig mit außerordentlichem Prunk Hof hielt und die Großenseines Reiches um sich versammelte, ließ er für Jojachin einenThron errichten, der höher war als die Throne der besiegten Könige,denen er ebenfalls Gunst zugewendet hattet- Alle Welt sollteerfahren, daß er dem ehemaligen judüischen Könige einen besonderenVorzug eingeräumt wissen wollte. Ohne Zweifel fielen einigeGnadenstrahlen auch ans Jojachin's Stammgenosscn; der Kreis ihrerFreiheiten wurde wohl noch mehr erweitert, und diejenigen, welcheunter Nebukadnczar wegen ihrer feindlichen Haltung in strengenBanden gehalten worden waren, wurden Wohl daraus erlöst.Wahrscheinlich erhielt Jojachin über seine Stammgenossen eine ArtHerrschaft und war vielleicht der erste Fürst der Gefangenschaft

y Sagen über Ncbukadnezar bei Strabo, Josephus und Daniel.

-> Das Factnm, daß Nachkommen David's als Eunuchen am babylonischenHofe lebten, folgt aus Jefaia 39, 7 u. Parall. Könige. Die Erziehung schönerjudäischer Jünglinge und besonders "^7-a am babylo-

nischen Hofe <Danicl 1, 3 fg.j beruht in der Hauptsache auf einem Factum.

s> Jeremia 52, 31 fg. und Parall. Könige II, Ende. Der elftere Text istbesser erhalten als der letzte. lieber die Chronologie s. Note 9.