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Geschichte der Juden.
Höchst wahrscheinlich erhielten die Exulanten Grund und Bodenangewiesen statt dessen, was sie in der Heimath eingcbüßt hatten^).Babylonien hatte noch viel unbebaute Plätze, und selbst in demUmfange der Stadt gab es Felder, deren Pflege dem Staatsganzennur zum Vortheil gereichen konnte. Die ihnen zugetheilten Ackcr-parccllen bebauten die Verbannten selbst oder ließen sie von ihrenLeuten bearbeiten. Sie besaßen, wie angegeben, nicht blos Sklaven,sondern auch Rosse, Maulthiere, Kameele und Esel?). Wahrscheinlichmußten sie von ihren Aeckern und deren Ertrag Abgaben an denStaat zahlen. Insofern sie Grundsteuer und vielleicht noch eineKopfsteuer errichteten und sich den Befehlen des Königs unterwarfen,durften sic ihre Selbstständigkeit genießen und nach ihren eigenenGesetzen leben. Sie unterhielten wahrscheinlich unter einander eine umso engere Verbindung und einen nationalen Zusammenhang als sie,wie Verbannte überhaupt, den Gedanken nicht aufgaben, daß sie baldwieder, durch irgend ein unbekanntes Ereigniß begünstigt, in ihrVaterland zurückkehren würden. Noch ein anderer Umstand kamden Exulanten zu Statten. Im chaldäischcn Reiche war die ara-mäische Sprache vorherrschend, und da diese Zwillingsschwester derhebräischen war, so konnten sie sie leicht erlernen und sich den Ein-wohnern verständlich machen. Aneignungsfähigkeit für fremdeSprachen besaßen die Judäcr schon damals. Der Prophet Ezechielbediente sich bereits nach kurzem Aufenthalte in Babylonien ara-mäischer Bezeichnungen.
Noch günstiger gestaltete sich die Lage der Judäer in Baby-lonien nach dem Tode Nebukadnezar's (561). Dieser König,welcher durch glückliche Kriege und großartige Bauten die Welt inErstaunen gesetzt hatte, wurde für die erfinderische Sage ein Gegen-stand übertreibender Sagen. Sie dehnte einerseits seine Eroberungenbis zu den Säulen des Herkules aus, und andererseits ließ sieseinem Hochmuthe eine sonderbare Züchtigung widerfahren, daß er,von seinem Throne gestoßen, die Wildniß mit den Thieren desFeldes getheilt, vom Than des Himmels sieben Jahre durchnäßtworden sei und wie das Vieh sich vom Grase genährt habe, daßsein Haar wie Nägel geworden, dann sei er wieder auf seinen Thron
tz Folgt aus Jes. 36,17 u. Parall. Könige.2) Berzeichniß.