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Geschichte der 2uden.
Geschichte des judäischen Volkes war Nebukadnezar's mildes Ver-fahren gegen dasselbe jedenfalls von großer Tragweite. Die Fortdauerund die Erhaltung des durch so vielfaches Elend zusammenge-schmolzenen Häufleins der Verbannten wurden durch diese Mildewesentlich gefördert. Nebukadnezar glich nicht jenen wilden Er-oberern früherer oder späterer Zeiten, welche am Zerstören Freudefanden und ihre Grausamkeit zu befriedigen suchten. Ihm lagBauen und Schaffen ebensosehr, wie Eroberung am Herzen. Dasneu gegründete chäldäische Reich wollte er groß, bevölkert und reichmachen. Die von ihm erweiterte Hauptstadt Babel sollte womöglichdas zerstörte Ninive noch übertreffen. Er hatte einen neuenStadttheil an der Ostseite des Euphrat angelegt und eine Mauerum die alte Stadt anfrichten lassen, welche den erstaunlichen Um-fang von mindestens nenn Meilen betrug*). Eine solche Riesenstadtmußte von einer entsprechenden zahlreichen Bevölkerung bewohntwerden, sonst würde sie einer Einöde geglichen haben. Nebukadnezarließ daher die Stämme und Völkerschaften, welche er besiegt undihrem Lande entzogen hatte, in seiner Hauptstadt wahrscheinlich indem neuen Stadttheil ansiedeln. Auch viele judäische Gefangeneerhielten Wohuplätze in der Hauptstadt 2), ganz besonders wohl die-
Nach einer andern Quelle gar zwölf Meilen. Diodor II, 7 gicbt denUmfang der Mauer von Babel auf 360 Stadien, Strabo 385 Stadien, Herodot480 Stadien an.
2) Es ist ein alter doppelter Jrrthum, daß die judäischen Exulanten, wonicht alle, fo doch ein großer Theil derselben am Fluß Chaboras angesiedeltgewesen wären. Es wird durch Ezechiel's Angaben belegt, daß die Golah am"v wohnte, und dieser wird ohne weiteres mit dem Chaboras identi-ficirt. Allein dagegen spricht entschieden, daß die Gegend um den Chaboras,also Nordmesopotamien gar nicht zu Babylonien, sondern zu Medien gehörthat. Denn die medische Mauer, welche zur Vcrtheidigung Babyloniens gegendie Meder angelegt wurde, sei es von Nebukadnezar selbst oder von Nitokis,seiner Frau oder von einem der Nachfolger svergl. Dunkcr, Geschichte d. Alterth. I,S. 470 Anmerk.), also diese Mauer lief nur 10 Meilen oberhalb Babylons, hierwar also die Grenze zwischen Medien und Babylonien. Folglich gehörte dieGegend des Chaboras, die über 100 Meilen von Babylon entfernt war, zuMedien. Zn Medien gehörte ganz bestimmt das ehemalige Assyrien und auchnoch eine ganze Strecke südlich vom großen Zab, um so inehr das nördlicheMesopotamien. Daß die Exulanten in Babylon gewohnt, geht doch zu bestimmtaus Ps. 137 hervor: -- i-uu i-r' d. h. an dem Fluße Euphrat
bei Babel und an den von ihm ausgehenden Kanälen, d. h. wohl an dem Königs-fluß uvvr- nnr. Die ersten Exulanten haben entschieden in Babel gewohnt.