Zweite Epoche.
Die Wiedergeburt im Elend.
Lrstrs Kapitel.
Die babylonische Verbannung.
Milde Nebukadnezar's gegen die judäischen Exulanten. Ihre Wohnsitze in Baby-lonien. Fortbestand der Familicnverbände. Landbesitz der Exulanten;Ewil-Merodach folgt auf Nebukadnezar. Seine Gunst für Jojachin. SeinSturz und Tod. Zahl der judäischen Verbannten. Ezechiel's Thätigkeit inder ersten Zeit der Verbannung. Beginn einer Sinnesänderung. ZersprengteUebcrbleibsel der Zehnstämme in Babylonien mit den Judäern in Lebens-gemeinschaft. Vertiefung in das Schriftthum. Baruch, Sammler der Je-remianischen Reden und des umfassenden Geschichtsbuchs. Die Bußpsalmender exilischen Zeit. Die Trauernden um Zion. Die Richtung nach Jeru-salem beim Gebete. Die Bethäuser. Proselyteu für die judäische Lehre.Judäer in Babylonien verlegen sich auf Handel und erlangen Reichthum.Nachahmung der babylonischen Sitten. Die fromme und die weltlichePartei. Poetische Schöpfungen dieser Zeit. Neue Psalmen und neueSprüche. Das Buch Hiob und seine Bedeutung.
1586 — 555 .)
War es ein Zufall oder eine eigene Fügung, daß die nachBabylonien verbannten Judäer von dem Sieger Nebukadnezarmilde und freundlich behandelt wurden? Giebt es überhaupt in derGeschichte der Völker und in der Verkettung der Begebenheiteneinen Zufall? Kann man ernstlich behaupten, daß die Verhältnisseund die Lagen der Menschen ganz anders gestaltet gewesen wären,als sie es geworden sind, wenn dieser oder jener Umstand zufälliganders ausgefallen wäre? Sollte im Reiche der Freiheit allein Willkürherrschen, während im Reiche der Natur feste und unabänderlicheGesetze das Kleinste wie das Größte regeln? Für den Verlauf der
Graetz, Geschichte der Juden. II. 2. Hälfte. 1