Druckschrift 
2 (1854)
Entstehung
Seite
411
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berichtet er IMS ganz kalt jede Bewegung, jedenGedanken Nienzi's mit solcher Genauigkeit, als wärederselbe ans dem Grabe anscrstande», um ihm beiseiner Erzählung zu helfen. Gibbon und Anderehaben diese offenbaren Erfindungen mit mehr gutemGlauben ausgenommen, als die Gesetze der Angen-schcinlichkeit rechtfertigen dürsten. Gleichwohl kanndem geduldigen und vorsichtigen Leser diese Biographieeinen weit klareren Begriff von Nienzi's Charaktergeben, als wir aus de» Geschichtschreibern zu sammelnvermögen, welche stückweise ans derselben entlehnten.Ein solcher Leser wird alle unhaltbare Schlüsse desVerfahrens bei Seite legen, sein Lob oder seinen Tadelnicht hoch anschlagen und nur sein Augenmerk aufdie von ihm erzählten Thatsachen richten, die er fürwahr oder zweifelhaft hält, je nachdem der VerfasserGelegenheit gehabt haben konnte, selbst zu beobachten.Bei einer solchen Prüfung wird der Leser hinreichendeZeugnisse von Nienzi's Geiste und von Nienzi's Ge-fühlen finden; wenn er sorgfältig unterscheidet zwischender Periode seiner Macht als Tribun und derjenigenseiner Macht als Senator, so wird er den Tribuneitel, übermüthig, prachtliebend finden, aber unge-achtet des Räsonnements des Biographen diese Fehleran dem Senator nicht mehr bemerken. . Andererseitswird ihm der Unterschied zwischen der Jugend und demRufe — zwischen Hoffnung und Erfahrung auffallen;er wird an dem Tribun ungeheuren Ehrgeiz, großePlane, unternehmende Thätigkeit bemerken — dietu der Zeichnung des Senators zu weniger glänzenden