blieben seine Augen auf die ihrigen geheftet. Er ver-suchte zu sprechen, aber die Stimme versagte ihm. Ninafuhr fort: „Ja, mein Herr, dies sind keine citelnWorte! Wenn Du Rache suchst, so steht sie in DeinerGewalt. Vernichte Dein Werk. Gib Rienzi dem Kerker,der Ungnade wieder preis, und Du bist gerächt; abernicht an ihm. Alle Herzen Italiens werden ihm einezweite Nina werde»! Ich bin allein die Schuldige undich will das Opfer sei». Höre meinen Schwur — indem Augenblicke, wo Nienzi neues Unrecht widerfährt,macht diese Hand meinem Leben ein Ende. Mein Herr,ich flehe Euch nicht länger an!»
Noch immer war Albornoz tief bewegt. Nina bcur-theilte ihn jedoch richtig, wenn sie den hochstrcbendcnSpanier von den barbarischen, grausamen Wollüstlin-gen Italiens unterschied. Troh der Verworfenheit,welche sein heiliges Gewand befleckte, trotz all der er-worbenen und gesteigerten Unempfindlichkeit eines hef-tigen, ränkevollen und skeptischen Mannes, noch ge-fährlicher bei einer schlimmen Natur in dieser schlimmenZeit — war doch in seiner Seele viel von der ritterlichenEhrenhaftigkeit seines Geschlechtes und seines Vater-landes. Erhabene Gedanken und ein kühner Geist be-rührten eine verwandte Saite seines Herzens , und diesum so mehr, da er sie nur selten während seiner Er-fahrungen in Lagern und an Höfen angetroffen hatte.Zum crstenmale in seinem Leben fühlte er, daß er dasWeib erblickt, die ihn auch im Ehestande befriedigt undihn die stolze und treue Liebe gelehrt haben könnte,welche die Minnesänger Spaniens besangen. Er seufzte