Druckschrift 
2 (1854)
Entstehung
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und näherte, während er Nina noch immer anblickte,sich ihr beinahe ehrfurchtsvoll; er kniete nieder undküßte den Saum ihres Kleides. „Dame," sagte er,„ich wollte, ich könnte glauben, Ihr hättet richtig inmeinem Innern gelesen, aber ich wäre fürwahr füralle Ehre verloren und edler Geburt unwürdig, wennich noch einen einzigen Gedanken gegen den Friedenund die Tugend eines Wesens wie Du hegte. SüßeHeldin," fuhr er fort, „so lieblich, und doch so rein,so stolz und doch so sanft — Du hast mir das schönsteBlatt ausgeschlagen, das diese Augen je in dem be-fleckten Buche der Menschheit durchlascn. Mögest Duso glücklich sein, als Dich das Leben es machen kann;aber Seelen, wie die deinige, bauen ihr Nest, wieder Adler, auf Felsen und unter Stürmen. Fürchtenichts mehr von mir, denke nicht mehr an mich —außer später, wenn Du die Leute von GileS vonAlbornoz sprechen hörst, magst Du bei Dir selbstdenken," und hier zuckte die Lippe des CardinalS ver-ächtlich, „er entsagte nicht allen eines Mannes wür-digen Gefühlen, als Ehrgeiz und Schicksal ihn mitdem Priesterrock bekleideten."

Ehe Nina eine Antwort fand, war der Spanier fort.