Druckschrift 
2 (1854)
Entstehung
Seite
219
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Geschichtschreiber, welcher die Begebenheiten dieserZeit »nd die Schicksale Cola di Nienzi's erzählt, einenneuen Kranz zu denen fügen, die Ahr bereits errun-gen. Herr Cardinal, ich habe vielleicht gefehlt. Ichhabe Euch vielleicht beleidigt — vielleicht klagt Ihrmich einer Weiberlist a». Sprecht nicht, erstauntnicht, hört mich zn Ende. Ich habe nur eine Ent-schuldigung, wenn ich sage, daß ich alle Mittel, Ent-ehrung ausgenommen, für gerechtfertigt halte, umCola di Nicnzi das Leben zu retten, seine Machtwieder herzustellen. Wist, mein Herr, diejenige, welchejetzt mit Euch spricht, ist seine Gattin."

Der Cardinal blieb bewegungslos, stumnr. Abersein gelbes Gesicht wurde plötzlich von der Stirnebis auf den Nacken roth, seine dünnen Lippen zit-terten einen Augenblick und brachen dann in einmattes, bitteres Lächeln aus. Endlich erhob er sichsehr langsam von seinem Sitze und sagte mit einerleidenschaftlich zitternden Stimme: „Es ist gut, Ma-dame. GileS von Albornoz ist also ein Spielzeug inden Händen, eine Stufe zu der Erhebung des ple-bejischen Demagogen von Nom gewesen! Ahr spieltetnur mit mir für Eure Zwecke, und nichts Geringeres,als ein Cardinal von Spanien, ein Fürst von demköniglichen Blute von Aragon wurde zum Werkzeugeeiner Marktschreiergaukelei auscrsehen! Madame, Ihrselbst und Euer Gemahl könntet mit Recht des Ehr-geizes beschuldigt werden — —"

„Haltet ein, mein Herr," sagte Nina mit unaus-sprechlicher Würde; „welche Beleidigung Euch wider-