in das Gemach der Signora geführt. Er fand sic ^blaß, lind Spuren der Krankheit in ihren edeln,statuenähnlichen Zügen. Sie erhob sich, als er eintrat, >und als er näher kam, beugte sie halb das Knie undführte seine Hand an ihre Lippen. Erstaunt und er-freut über einen ihm so neuen Empfang, beeilte sichder Cardinal, ihrer Herablassung zuvorzukommcn; erhielt ihre beiden Hände fest und versuchte sanft, sie !an sein Herz zu ziehen.
„Schönste!" flüsterte er, „wüßtest Du, wie sehrich Deine Krankheit betrauerte — und doch hat sie 1Dich nur noch liebenswürdiger gemacht, wie der Regen ^den Glanz der Blumen erhöht. Ach! glücklich binich, wenn ich Deinen leisesten Wunsch erfüllt habe,und wenn ich fortan in Deinen Augen einen Engelsuchen darf, der mich führt und zugleich ein Paradies,das mich belohnt." '
Nina machte ihre Hand los, und bedeutete durcheine anmuthige Bewegung derselben dem Cardinal, er ;möge sich setzen. Sic selbst setzte sich nicht weit vonihm und sprach dann mit großem Ernste und nieder-geschlagenen Augen: „Mein Herr, Enre Vermittlungist es, die, verbunden mit seiner Unschuld, den er-wählten Beherrscher des römischen Volkes aus jenemThurme befreite. Aber Freiheit ist die geringste Eurer«delmüthigen Gaben; eine größere ist die Wiederher-stellung deS guten Namens und die Wiederverlcihung jrechtmäßiger Ehren. Hiefür bleibe ich ewig EureSchuldnerin; hiefür sollen, wenn ich Kinder gebäre, !diese Euren Namen segnen lernen, hiefür wird der ^