Druckschrift 
2 (1854)
Entstehung
Seite
210
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„Schöner Herr Page," versetzte der Krieger gutgelaunt, als er Angela Villani Platz machte, „Duwirst finden, daß mau in der Welt nicht immer da-durch weiter kommt, daß man den Starken befiehlt.Wen» Du älter geworden, wirst Du die Schwachenam Bart zupfe» und den Starken schmeicheln."

„So muß ich also mein Wesen ändern," antworteteAngelo (der von etwas kleiner Statur und noch nichtvöllig ausgewachsen war) und versuchte immer, sichüber die Köpfe der Menge zu erheben.

„Der Krieger blickte ihn beifällig an, und wie erihn so betrachtete, seufzte er, und seine Lippen warenin heftiger Bewegung.

„Du sprichst gut," sagte er nach einigem Schwei-gen. „Verzeihe mir die zudringliche Frage — bist Duaus Italien? — Deine Zunge hat etwas von demrömischen Dialekte; doch habe ich den Dcinigen ähn-liche Zuge diesseits der Alpen gesehen."

„Wohl möglich, guter Mann," sagte der Pagestolz, „aber ich danke dem Himmel, daß ich ein Römerbin."

In diesem Augenblicke ertönte ein lautes Geschreivon der Stelle zunächst dem Gerichtshöfe her. DerSchall von Trompeten brachte unter der Menge wiedertiefes, athcmlosesSchweigen hervor, während die längsdem zu dem Gerichtshöfe führenden Wege aufgestelltenpäpstliche» Wachen eine aufrechtere Haltung annahmenund einige Schritte gegen die.Menge zurücktratcn.

Als die Trompeten verstummten, hörte man dieStimme eines Heroldes, aber sic drang bei weitem