Druckschrift 
2 (1854)
Entstehung
Seite
209
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er wohnte, „seine Verthcidigung sei ein Meisterstückgewesen."

„Er hat die Ehrenstufe eines Doktors nicht er-reicht," versetzte der Nechtsgclehrte zweifelnd. „He,Freund, warum stoßest Du mich so? Du hast mirden Rock zerrissen."

Diese Worte galten einem Minnesänger oderJongleur, der, eine kleine Laute um sich gehängt, sichmit großem Eifer durch das Gedränge Bahn brach.

„Ich bitte um Verzeihung, würdiger Herr," sagteder Minnesänger; aber das ist ein Schauspiel, dasbesungen werden muß ! Noch nach Jahrhunderten, ja,und in fernen Landen werden Sagen und Gesängedie Schicksale Cola di Nienzi's erzählen, des Freundesvon Petrarka und des Tribuns von Rom!"

Der junge Franzose wandte sich rasch gegen denSänger um und eine Glut trat auf seine Wangen;er theilte die allgemeine Stimmung seiner Landeleutegegen Rienzi nicht und fühlte, daß, wenn ein Minne-sänger so von den Helden des Geistes — nicht desKrieges spreche, dies eine Epoche - in der Weltge-schichte sei.

In diesem Augenblicke wurde dem großen Soldatenungeduldig auf den Rücken geklopft.

„Ich bitte Dich, großer Herr," sagte eine durch-dringende, gebieterische Stimme, „Deine ungeheureMasse ein wenig auf die Seite zu schieben — ichkann nicht durch Dich hindurchsehen, und ich möchtedoch, daß meine Augen unter den ersten wären, dieRienzi erblicken, wenn er das Gericht verläßt."