Druckschrift 
2 (1854)
Entstehung
Seite
197
Einzelbild herunterladen
 

1S7

Diensten-verwendete, genau nach dem Erfolge be-rechnete, kehrte der Spanier langsam nach Hause zu-rück. Mit der ihm gestatteten Freiheit trat er etwasbarsch in das Zimmer des Kardinals und traf diesenin ernsthaftem Gespräche mit einem Cavalier; derSchnurrbart des letzteren war aufwärts gebogen undder glänzende Brustharnisch, den er unter seinemMantel trug, schien seinen kriegerischen Beruf anzu-deuten. Vergnügt über den Aufschub, zog sich Al-varez eilig zurück, und in der That waren die Ge-danken des Kardinals in diesem Augenblicke undwährend dieser Nacht auf andere Gegenstände, alsLiebe gerichtet.

Die Unterbrechung trug indessen dazu bei, dasGespräch zwischen Albornoz und seinem Gaste abzu-kürzen. Der Letztere stand auf.

„Ich denke," sagte er, sich auf ein kurzes, breitesSchwert stützend, das er während der Unterredungbei Seite gelegt hatte, — „ich denke, mein HerrCardinal, Ihr crmuthigt mich zu dem Gedanken, daßunser Geschäft einem glücklichen Abschlüsse entgcgcn-sieht. Zehntausend Gulden, so verläßt mein BruderViterbo und schleudert den Donnerkeil der Compagnieauf das Gebiet von Rimini. Von Eurer Seite-"

„Von meiner Seite wird zngestanden," sagte derCardinal, „daß das Heer der Kirche den kriegerischenUnternehmungen Eures Bruders nicht in den Wegtritt — somit ist Friede zwischen uns. Ein Kriegerversteht den andern!"

„Und das Wort von Giles von Albornoz, Sohn