Druckschrift 
2 (1854)
Entstehung
Seite
196
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„So hitzig," sagte Alvarcz, erstaunt über so vielWürde an einem Pagen, „nein, ich wollte Dich nichtbeleidigen. Darf ich Dir morgen meine Aufwartungmachen?"

„Ja, morgen," sagteNina, begierig zu entkommen.

„Und inzwischen," sagte Alvarcz, „will ich Dichnach Hause begleiten — wir können unterwegs nochreden."

Mit diesen Worten trat er, ohne auf die Gegen-vorstellungen des vermeintlichen Pagen zu achten, mitNina ins Freie. „Eure Gebieterin," sagte er gleich-gültig, „ist wunderschön; ihr leisester Wille ist demvornehmsten Adeligen in Avignon Befehl. Ich glaube,sie ist von Neapel — ist cs so? Bist Du stumm —holder Jüngling?"

Der Page antwortete nicht, sondern eilte mit soschnellem Schritte, daß der langsame Spanier beinaheden Athcm verlor, über den kleinen Platz zwischendem Tdurme und dem Palaste der Cäsarini; alle Be-mühungen dctz Alvarcz entlockten seinem Begleiter nichteine Silbe gegen seinen Willen, bis sie an dem Thoredes Palastes ankamen und er sich unhöflicherweiseaußen zurückgelaffen fand-

„Die Pest über den Knaben!" sagte er, sich indie Lippen beißend; „wenn der Cardinal eben so glück-lich ist, wie sein Diener, bei der Mutter Gottes, soist seine Eminenz ein glücklicher Mann!"

Keineswegs zufrieden in der Aussicht auf eine Un-terredung mit Albornoz, der, wie die meisten gewandtenMänner, die Fähigkeiten derer, die er zu seinen