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drückte seine Lippen auf die Hand des Gefangenenund verließ die Zelle.
Der Gefangcnwartcr zögerte noch einen Augen-blick und legte ein Pergament auf den Tisch. Es wardie Vorladung des zu der Untersuchung des Tribunsniedergcsctztcn Gerichtshofes.
Sechstes Kapitel.
Die Witterung trügt nicht — DerPriester und der Soldat.
Als sie die Treppen Hinabstieg, begegnete NinaAlvarez.
„Schöner Page," sagte der Spanier heiter, „DeinName, sagtest Du mir, ist Villani? — Angelv Vil-lani — nun, ich kenne Deinen Vetter, glaube ich.Seid so gut, junger Herr, tretet in dieses Zimmerund trinket einen Nachtpokal auf die Gesundheit EurerDame; ich hörte gerne Botschaft von meinen altenFreunden."
„Ein andermal," antwortete der falsche Angel»und zog den Mantel dichter ins Gesicht; „cs ist spat— ich habe Eile."
„Nein," sagte der Spanier, „so leicht entkommstDu mir nicht," und faßte den Knaben derb an derSchulter.
„Laßt mich los, Herr!" sagte Nina stolz und bei-nahe weinend, denn ihre starken Nerven waren jetztabgespannt. „Gefangcnwärter, auf Deine Gefahr —öffne das Gatter!"