Druckschrift 
2 (1854)
Entstehung
Seite
186
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redsamkeit Petrarka's und bar gewöhnliche MitgefühlbeS großen Haufens für gefallene Größe — Allesvereinigte sich, um Rienzi zu dem Helden des Zeit-alters zu machen. Da war keine Stadt, durch die erkam, die nicht, um ihn zu schütze», eine BelagerunganSgehalten hätte — kein Haus, das ihm nicht einObdach gewährte — keine Hand, die sich nicht zuseiner Verteidigung bewaffnet hätte. Alle Anerbie-tungen von Hülfe zurückweisend, jede Gelegenheit zurFlucht verschmähend, begeistert von seiner unbesieg-baren Hoffnung und seinem echten Glauben an den !Glanz seines Schicksals, suchte der Tribun Avignon— und fand einen Kerker!

Diese seine äußeren Abenteuer sind kurz und leichtzu erzählen; wer aber vermöchte zu beschreiben, wasin ihm vorging? — wer erzählte die fürchterlicheGeschichte seines Herzens? — wer malte den raschenWechsel von Gefühlen und Gedanken — den zornigenSchmerz — die trübe Niedergeschlagenheit — die er-habene Täuschung, welche die Entschlossenheit der großenSeele trübten, aber nie vernichteten? Wer kan» sagen,was er erduldet, was er gedacht haben muß in derEinsiedelei des Maiella — auf den »erlassenen Hügeln 'des untergegangenen Reiches, von dessen Wiederher-stellung er geträumt — an den Höfen barbarischerKönige — und vor Allem, als er verkleidet und uner-kannt in das Gewimmel der christlichen Welt, zu demSitze seiner früheren Macht zurückkebrtc? Wie vielerleiErinnerungen, und in welch einem wilden und feu-rigen Gehirn! Welche Betrachtungen mußten in den