ganzes Jahr zubrachte. Er benutzte bas Jubiläum inNom, hatte, als Pilger verkleidet, die au melancholi-schen Ruine» des alten Nom noch so reichen Thäler undBerge durchwandert, und betrat die Stadt, wo sein ruhe-loser ehrgeiziger Geist sich in neue, aber vergebliche Ver-schwörungen cinließ. * Zum zweitenmale von dem Ear-dinal di Ceccano crcommunicirt, und abermals flüchtig,schüttelt- er den Staub von seinen Füßen, als er dieStadt verließ, erhob die Hand gegen die Mauer»,in welchen noch Spure» von den Tarquiniern zeugenuud rief laut: „Geehrt als dein Regent — verfolgtals dein Opfer — Nom, Nom, wirst du mich nochals deinen Eroberer empfangen!"
Immer als Pilger gekleidet, wanderte er unver-letzt durch Italien an den Hof des Kaisers Karl vonBöhmen, wo der Page, der wahrscheinlich Augen-zeuge gewesen war, seine Aufnahme richtig erzählthatte. Indessen ist zweifelhaft, ob das Benehmen desKaisers sn ritterlich gewesen, wie es aus Angclo'SBericht hervorging, oder ob er nicht Rienzi den Ab-gesandten des Papstes überliefert habe. So viel istaber auf alle Fälle gewiß, daß die Ncise des gefallene»Tribuns von Prag bis Avignon einem Triumphzugegeglichen. Der Verfluß von Jahre» — seine seltsamenAbenteuer — sein ungebrochener Geist — die Unord-nungen in Nom, sobald seine unwandelbare Gerech-tigkeit fehlte — die neue Gewalt, welche die Auf-klärung wunderbarerwcise täglich über die Gemütherder Heranwachsende» Generation gewann — die Be-
' Rainald, Ann. 1330, N. 1, K. 3.
Bulmer, Nlenzi. II.
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