Druckschrift 
2 (1854)
Entstehung
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Bläffe seiner Wange war mit einem hektischen, trüg-lichen Noth bedeckt. Selbst in seinen jetzigen Studien,so ernstlich sie ihn zu beschäftigen schienen, und soangemessen die Lektüre seinem bis zum Fanatismusenthusiastischen Geiste sein mochte, konnten doch seineAugen nicht so fest wie sonst, sich auf die Blätterheften. Die Buchstaben hatten ihren Reiz verloren.Alle Augenblicke bewegte er sich unruhig, sprang auf,setzte sich wieder und murmelte abgebrochene Aus-rufungen, wie ein Mensch in einem bangen Traume.Bald richtete er ungeduldig die Blicke aufwärts, hintersich, in die Runde, und dann glühte in diese» großen,tiefe» Augen ein seltsames, unstätes Feuer, welchesdemjenigen, der cS sah, eine» unbestimmten, uner-klärlichen Schauer einflößen konnte.

In der Hauptsache hatte Angela die neueren Aben-teuer Ricnzss nach seinem Falle richtig erzählt. Dieserhatte sich zuerst mit Nina »nd Angelv nach Neapelbegeben und dort eine trügerische und kurze Glinstbei Ludwig, König von Ungarn, gefunden. Dieserbarsche, aber ehrenwerthe Fürst hatte sich geweigert,seinen berühmten Gast ans das Verlangen von Cle-mens auszuliefern, aber offen sein Unvermögen er-klärt, ihn sicher zu beschützen. Während er noch immergeheime Verbindung mit seinen Anhängern in Nomunterhielt, suchte der Flüchtling dann einen Zufluchts-ort bei den Eremiten, die sich in die Abgeschieden-heit des Monte Maiclla zurückgezogen, wo er, dieZeit ausgenommen, in welcher er nach Florenz undwieder zurückreiste, in Einsamkeit und Nachdenken ein