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Fünftes Kapitel.
Der Bewohner des ThurmeS.
Die Nacht rückte langsam voran, und in demobersten Zimmer des finsteren, unfreundlichen Thurmes,der den Fenstern des Palastes der Cäsarini gegenüber-stand, saß ein einsamer Gefangener, Eine einzigeLampe brannte vor ihm auf einem steinernen Tischeund warf ihre Strahlen auf eine anfgcschlagene Bibel— und jene ernsten, phantastische» Sagen von derTapferkeit des alten Nom, welche der Geist des Liviusin der Geschichte zu erwähnen gewürdigt hat. * EineKette hing von der Decke des Thurmes herunter undfesselte den Gefangenen, doch so, daß er den größerenTheil der Zelle nach Belieben durchschreiten konnte.
Grün und feucht waren die mächtigen Steine an denWänden, und durch eine enge Oeffnung, viel zu hoch,um sie zu erreichen, kam das Mondlicht herein undfiel in langen Schatten über den rauhen Boden. EinBett in einer Ecke war der übrige Inhalt des Zimmers.
Dies war seit Monaten die Wohnung des Mannes,der die stolzesten Barone besiegt, des üppigen Dik-tators der herrlichsten Stadt der Welt. ül
Sorgen, Reisen, Zeit und Unglück machten sichan Rienzi's Aeußerem bemerkbar. Seine körperlichenVerhältnisse hatten sich über die gedrungene Kraftfrüherer Mannhaftigkeit ausgedehnt, die durchsichtige
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