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gerissen.* Kuhn, scharfsinnig, unternehmend und kalt-herzig — mit der Tapferkeit deö Ritters die List desPfaffen verbindend — dies war der Charakter vonGileS, Cardinal von Albornoz.
Albornoz ließ seine Begleiter in dem Vorzimmerund wurde in das Gemach der Signora Cäsarini cin-geführt. Es war ein Mann von mittlerer Größe; diedunkle Gesichtsfarbe Spaniens war durch immerwah-rendes Nachdenken über ehrgeizige Plane in ein dauer-haftes Blaßgelb übergegangen; seine Stirne war tiefgefurcht, und ob er gleich des Lebens Blüte nochnicht überschritten, hätte es doch den Anschein ge-winnen können, als nähere er sich schon sehr demAlter, hätten nicht die Festigkeit seines Trittes, dieschlanke Elasticität seines Körpers und ein Auge da-gegen gesprochen, das durch Nachdenken Ruhe undTiefe erhalten hatte, ohne etwas von dem Glanzeder Jugend zu verlieren.
„Schöne Signora," sagte der Cardinal, indemer sich über die Hand der Cäsarini mit einer Anmnthhiubeugtc, welche mehr den Fürsten, als den Priester»crricth, „die Befehle Seiner Heiligkeit haben mich,wie ich fürchte, länger als nur bis zu der Stunde
* Eine charakteristische Anekdote dieses kühnen Geistlichenist folgende: Urban V. verlangte eines Tages Rechenschaft überdi- auf seinem Kriegszuge gegen die italienischen Tyrannen ver-wendeten Summen. DerCardinal ließ demPapsteeinenWagenmit den Schlüssel» der von ihm ervbertenStädteund stesten ver-führen. „Hier meine Rechnung,» sagteer, „Ihr begreift jetzt,wie ich Euer Geld angewandt.» Der Papst umarmte ihnund belästigte ihn ferner nicht mehr mit RechnungSablegungcn.