> Zweites Kapitel»
Der Charakter eines kriegerische» Priesters — Eine Unter-redung — Die Jntriguc und Gegenintrigue an Höfen.
Giles (oder Egidio "), Cardinal von Albornoz,war einer der merkwürdigsten Männer jener an Kraft-geister» so reiche» Zeit. Er rühmte sich der Abstam-mung non den königlichen Häusern von Aragon undLeon, war frühe in die Kirche getreten und hattebeinahe noch als Jüngling das Erzbisthum Toledoerhalten. Aber eine friedliche, wenn auch glänzendeLaufbahn genügte seinem Ehrgeize nicht. Mit denEhren der Kirche, außer eS wären die Ehren einerstreitenden Kirche gewesen, konnte er sich nicht be-gnügen. In dem Kriege gegen die Mauren hatte sichkein Spanier mehr ausgezeichnet, und Alphons Xl.^König von Castilien, war darauf bestanden, von derHand des kriegerischen Priesters den Ritterschlag zuerhalten. Nach dem Tode Alphons, der sehr an ihmgehangen war, begab sich Albornoz nach Avignonund erhielt von Clemens VI. den Cardinalshut. Auchbei Jnnoccnz stand er in hoher Gunst, und schonverbreitete» sich, da er immer bei den Bcrathungcndes Papstes zugegen war, an dem Hofe Gerüchte vonKriegsrüstungen unter den Fahnen von Albornoz zurWiedereroberung des päpstlichen Gebietes aus denHänden der verschiedenen Tyrannen, die es an sich
* Egidivistder eigentliche italienischeName, gleichbedeutendmit dem französischen Gilles — von denSchriflstcllern jener Zeitwirdaberder Cardinal gewöhnlich Gilio d'Albornoz genannt.