Druckschrift 
2 (1854)
Entstehung
Seite
158
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seid," sagte Angeld mit bedeutungsvollem Nachdrucke,

„so von einem gefallenen Verbannten sprecht, wasmuß ich gefühlt haben, der ich ihn als Oberhauptdeö Staates anerkanntet?"

„Nicht Nom allein — Italien — der Welt ge-hörte Nicnzi an," versetzte die Signora. „Und Du,Angel», der Du die Kühnheit hattest, so von einemGefallenen zu sprechen, hast dadurch einen Beweisgegeben, mit welcher Ergebenheit D» denjenigen dienenkannst, welche das Glück haben, Dich für ihr Eigen-thum zu erkennen."

Bei diesen Worten sah die Signora lang undaufmerksam auf das niedergeschlagene, erröthende Ant-litz des Pagen, mit einem Blicke, der gewohnt war,die Seele in den Zügen zu lesen. .

„Die Männer werden oft betrogen," sagte sie straurig, aber doch halb lächelnd; die Frauen selten

— außer in der Liebe. Ich wollte, Nom hätte vieleDeinesgleichen! Genug! Horch! Ist dies der Schallvon Hufkritten im Hofe unten?"

„Madame," sagte Giacomo, während er seinenMantel stattlich über die Schulter warf, ich sehe dieDiener Seiner Eminenz, des Eardinals von Albornoz.

— Es ist der Cardinal selbst."

„ES ist gut!" sagte die Signora mit glänzendemAuge. „Ich erwarte ihn!" Mit diesen Worten ent- ^sernte sie sich durch die Thürc, aus welcher sic kam,als sie den römischen Pagen überraschte.