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2 (1854)
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die wir selten begreifen, nie ergründen können. Undich habe bemerkt, daß bei solchen Männer» ein un-gewöhnliches Vertrauen auf ihr Glück oder ihrenSeelenadel ein sehr häufig verkommender Charaktcrzugist. Durch solche Ideen aufrecht erhalten, stürzen siesich mit anscheinender Tollkühnheit in Gefahr undsteigen ans dieser entweder zur Größe oder versinkenin dem Abgrunde. So auch Nienzi; der leeren Höf-lichkeiten überdrüssig, und müde, den Pedanten zuspielen, verließ er, der früher den Fürsten gespielt—>Einige sagen aus eigenem Antriebe, Andere berichtenaber, er sei von Karl dem Legaten des Papstes über-geben worden — den kaiserlichen Hof und begabsich ohne Waffen, ohne Geld plötzlich nach Avignon!"

„Tollheit, fürwahr!"

„Und doch in seinen Verhältnissen vielleicht dasEinzige, was ihm übrig blieb," versetzte der älterePage. „Einmal von seinem Falle und einmal wäh-rend seiner Abwesenheit von Nom war er von demLegate» des Papstes ercommunicirt worden. Er warder Ketzerei «»geklagt — der Bann lag noch immerauf ihm. Es war »vthwendig, daß er sich reinigte.Wie aber war dies dem armen Verbannten möglich?Kein mächtiger Freund erhob sich für den Freund dcSVolkes. Kein Höfling beschützte den Mann, der demAdel auf den Nacken getreten hatte. Sein eigenerGeist war sei» einziger Freund; nur auf ihn konnteer sich verlassen. Er reiste nach Avignon, »m sichvon den gegen ihn erhobenen Beschuldigungen zu rei-nigen, und ohne Zweifel hoffte er, von seiner Frei-