Druckschrift 
2 (1854)
Entstehung
Seite
128
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lich mit einer göttliche» Kraft, als er in ein so sanf-tes Herz die ansdanernde Kraft und Stärke der Liebepflanzte! Der Mönch hatte den Kranken noch spät in derdritten Nacht besucht und ihm ein starkes VernhigungS-nüttel verordnet. „Diese Nacht," sagte er zu Irene,„wird die Krisis eintretc»; sollte er, wie ich hoffe,mit wiederkehre,idem Bewußtsein und ruhigem Pulseerwachen, so ist er gerettet; wenn nicht, junge Tochter,so bereitet Euch auf das Schlimmste. Solltet Ihr aberiemerkcn, daß die Krankheit eine beunruhigende Wen-dung nimmt, so daß meine Anwesenheit erforderlichwürde, so wird Euch diese Rolle belehren, wo ich, wennGott mich verschont, zu jeder Stunde der Nacht unddes Morgens zu treffen bin."

' Der Mönch entfernte sich, und Irene trat ihreWache wieder an.

Im Anfänge war Adrians Schlaf unruhig undUnterbrochen; seine Züge, seine Phantasien, seineGebenden — Alles zeugte von einem heftigen Kam-pfe des Geistes, oder des Körpers; cS schien, undwar vielleicht wirklich ein heftiger und zweifelhafterKampf zwischen Leben und Tod in dem Schlafende».Geduldig, schweigend, nur lange, tiefe Athemzügeholend, saß Irene an dem oberen Ende des Bettes.Die Lampe stand in der fernsten Ecke des Zimmers,und ihr durch Vorhänge geschwächter Strahl ließsie nur die Umrisse des Antlitzes erkennen, über wel-ches sie wachte. Zn dieser schrecklichen Ungewißheitlagen stumm und erstarrt alle die Gedanken darnie-der, welche bis jetzt ihren Geist aufgeregt hatten.