Seite gebracht. Sie ergriff seinen Arm — sie blickteihm in das Gesicht, sie begegnete seinem bewußtlosenAuge, das von fürchterlichem Feuer leuchtete. „Siehat ihn ergriffen!" (sagte sie dann in tiefem, aberruhigem Tone) — „die Pest!"
„Hinweg, hinweg! seid Ihr toll?" rief ihre Be-gleiterin; „fort, fort — berühre mich nicht, denneben hast Du ihn berührt — gehe! hier trennen wiruns!"
„Helft mir, ihn irgend wohin tragen; seht, erwird ohnmächtig, er taumelt, er fällt! —helft mirthenre Signora, um der Barmherzigkeit, der LiebeGottes willen!"
Aber gänzlich von der selbstsüchtigen Furcht er-griffen, welche in jener schreckensvollen Zeit alleMenschlichkeit überwog, floh die ältere Dame, ob-wohl im Grunde ihres Herzens gütig, mitleidig undwohlwollend, eilig davon und verschwand bald. Trotzdem, daß sich das junge Mädchen nnn mit Adrianallein sah, der jetzt durch die Heftigkeit des in seinemInneren wüthenden Fiebers zu Boden gefallen war,«erließen sie Körperstärke und Besonnenheit nicht. Sieriß den schweren Mantel ab, der ihre Arme bedeckte,und warf ihn von sich; dann hob sic das Angesichtihres Geliebten auf — denn Niemand anders als Irenewar das schwache Weib, die nicht vor der tödtlichenAnsteckung znrückschrack — legte es an ihre Brust undrief mehre Male laut um Hülfe. Endlich näherten sichdie Becchini aus der vorhin erwähnten Bude — ab-gehärtet in ihrem Geschäfte, entgingen sie durch eben