Druckschrift 
2 (1854)
Entstehung
Seite
121
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„Eitle Klugheit!" sagte die Größere und Schlan-kere von Beiden, deren Mantel, was ich hier bemer-ken muß, von tiefem Blau, mit Silber gestickt, Schnittund Farbe hatte, wie sie in Florenz nicht häufig, wohlaber in Nom getragen wurden, wo die Kleidung derDame» aus höheren Stände» außerordentlich reich inFarbe und Faltenwurf war — und hierin unterschiedsie sich von der einfacheren und weniger vollen tos-kanischen Tracht; eitle Klugheit, einem unerbittlichenund gewissen Schicksal entfliehen zu wolle» !"

„Nun, Du wirst doch nicht wollen, daß wir mitdrei Todtcn im nächsten Zimmer, die wir überdiesnicht kennen, die Wohnung thcilcn sollen — wo Flo-renz so viele leere Hallen hat? Glaube mir, wirwerden nicht weit gehen dürfen, ehe wir eine wenigergefährliche Wohnung für uns findein"

„Bisher wurden wir in der That wunderbar be-wahrt," seufzte die Andere, deren Stimme und Ge-stalt auf große Jugend schließen ließen; „aber ichwollte, wir wüßten, wohin fliehen — welcher Berg,welcher Wald, welche Höhle meinen Bruder mit seinertreuen Nina birgt! Ich bin krank vor Schrecken!"

„Irene, Irene! Wenn Du in Mailand oder sonsteiner lombardischen Stadt bist, warum verweile ichdenn noch hier? Zu Pferde, zu Pferde! O, nein!nein ! — nicht das Pferd mit den Glocken ! nicht denTodtenkarren!" Mit einem Schrei, einem Gekreische,lauter als das lauteste der Kranken, riß sich die jün-gere der beiden Damen von ihrer Begleiterin los. Eswar, als hätte sie ein einziger Schritt an AdriansBulwer, Rienzi. II. s