Pferd an die Raufe, und als das müde Thier, dieSchrecknisse rings umher nicht erkennend, gierig übersein Futter herficl, wandte sich sein junger Herr hin-weg und murmelte: „Getreuer Diener und einzigerGefährte! möge die Pest, die weder Menschen nochThierc verschont, dich verschonen! und mögest du michmit erleichtertem Herzen von dannen tragen!"
Eine geräumige Halle, mit Waffen und Bannernbehängen, eine breite Flucht von Marmortreppen,deren Wände mit den steifen Umrissen und grellenFarben jener Zeit bemalt waren, führte in die un-geheuren, mit Sammt und Goldstvffcn behängtenZimmer — aber Alles war stille in denselben, wiedas Grab. Er warf sich auf die Polster, welche inder Mitte des Zimmers aufgehäuft lagen, denn, wieschon seit mehreren Tagen, war er auch an diesemMorgen weit geritten und fühlte sich an Leib undGliedern erschöpft und müde; aber er fand keine Ruhe.Ungeduld, Angst, Hoffnung und Furcht nagten anseinem Herze» und durchfieberten seine Adern, undnach einem kurzen und vergeblichen Versuche, seineGedanken zu beruhigen und einen Plan zu erfolg-reicheren Nachforschungen auszudenken, als wenn ersich bloß dem Zufall überließ, erhob er sich »nd gingdurch die Zimmer in der unbegründeten Hoffnung,welche nur der Zufall erfüllen konnte.
Man konnte leicht sehen, daß er seine Wohnungin dem Palaste eines der Fürsten des Landes aufge-schlagen hatte, und der Glanz von Allem, was ihnumgab, überstrahlte bei weitem die barbarische und