Druckschrift 
2 (1854)
Entstehung
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ich habe Euch nicht beleidigt; möge die Welt er-fahren, daß Ihr in mir Freiheit, Gerechtigkeit, Ge-setz, Ordnung, die wiedcrhergestellte Größe, die er-neuerten Rechte Roms angegriffen habt! Nach Diesem,dem Lauteren und Unsterblichen nicht nach die-sem schwachen Körper ging Euer Streben; durchdie Göttlichkeit derselben wurdet Ihr besiegt; für dieMajestätsbeleidigung an diesen müßt Ihr Verbre-cher und Opfer sterben!"

Nach diesen Worten, gesprochen in einem Toneund mit einer Würde, welche dem erhabensten Geisteder alten Stadt angestanden hätte, begab sich Rienzimit majestät'schen Schritten aus dem Zimmer in denNathssaal. *

Diese ganze Nacht blieben die Verschwörer in demZimmer; die Thüren waren verriegelt und bewacht;das Bankett war nicht hinweggeschafft worden, undsein Glanz contrastirte seltsam mit der Stimmungder Gäste.

Die gänzliche Niedergeschlagenheit und Verzweif-lung dieser feigen Verbrecher, so unähnlich den rit-terlichen Normanne» Frankreichs und Englands, wurdevon dem Geschichtschreiber mit häßlichen, wider-lichen Farben gemalt. Der alte Eolonna allein bliebseinem heftigen, gebieterischen Charakter treu. Wie

* Die Schuld der Baron« und ihre beabsichtigte Ermor-dung Ricnzi's ist, obwobt von Gibbon und anderen neuerenSchriftstellern schnell übergangen, klar durch Muratori be-zeugt, durch die Chronik von Bologna u. s. w. Sie ge-standen sogar ihr Verbrechen ein. sSiehc Vkroir.dlstsns: dkurstori, tom. XVIII. x. 1L2.)