Agrippa I.
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ausgenommen war. Der judäische Arabarch hatte vermöge seinesReichtums, seines Ansehens und Einflusses eine so hohe Stellung, daßder König kein Bedenken trug, seine Tochter in diese Familie zu ver-heiraten. Da indessen Marcus während der Verlobungszeit starb,verheiratete Agrippa diese Tochter an seinen Bruder Herodes II., Königvon Chalkis*). Seine zweite Tochter Mariamne (geb. 34) verspracher einem angesehenen Judäer, Julius Archelaus, einem SohneChelkias, welcher den Beinamen „der Große" führte^). Sie wurdeauch, als sie mannbar war, mit diesem verheiratet, schied sich aber vonihm und heiratete einen Arabarchen b). Die jüngste seiner Töchter, dieebenfalls schöne Drusilla (geb. 38), verlobte Agrippa zwar mit einemheidnischen Prinzen, dem Sohn seines Freundes Antiochos vonCommagene. Aber der Bräutigam, Namens Epiphanes, mußteversprechen, zum Judentum überzutreten und das Bundeszeichen an-zunehmeu^).
Agrippas letzte Regierungsjahre waren glücklich für die Judäerin und außerhalb Judäas, eine freundliche Abendröte vor dem Herein-brechen grauenvollen Dunkels. Sie hatten eine gewisse Ähnlichkeit mitder Zeit des Königs Josia in der älteren Geschichtsperiode: friedlicheZustände im Innern und nach außen, Selbständigkeit innerhalb gewisserSchranken und geistige Regsamkeit, wie denn auch Agrippa eine gewisseCharakterähnlichkeit mit diesem Könige zeigte, indem beide zuerst vonder Verderbnis der Zeit mit fortgerissen waren, sich später darausemporgerafft haben und musterhafte Fürsten geworden sind. Die Judäeraußerhalb Palästinas, weit und breit im römischen Reiche angesiedelt,genossen die Gunst, in welcher Agrippa beim Kaiser Claudius stand;sie durften nirgends in ihrer Lebensweise und in ihrer religiösen Über-zeugung gekränkt werden und konnten ihre Eigenart bewahren.
Glücklich fühlten sich besonders die Judäer in Ägypten undnamentlich in Alexandrien, wo sie vorher unter Caligula mehrere Jahrehindurch verhöhnt und gequält worden waren. Claudius hatte ihreGleichberechtigung mit den griechischen Bewohnern des Landes aus-drücklich bestätigt und die Statthalter angewiesen, ihnen keinen Unglimpfzufügen zu lassen. Ihr Oberhaupt, der Arabarch Alexander Lysimachos,
-) Josephus Altert. XIX, 5, 1; 9, l.
2) Das. 9, 1; XX, 7, 1. Dieser Julius Archelaus war ein Sohn des
Mannes, welcher das. XVIII, 8, 4 o genannt wird, und den
Petronius neben Aristobul, dem Bruder des Königs Agrippa, zu Rate gezogen hat.
3) Das. XX, 7, 3 (daß ihr Gemahl „Arabarch" gewesen sei, steht nichtbei Josephus).
4) Das. XIX, 9, I. XX, 7, 1.
Graetz, Geschichte der Juden. III.
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