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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Agrippa I.

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losen Rom eingeführt, waren nun einmal eine beliebte Volksbelustigung,die er der Bevölkerung nicht entziehen durfte, sobald er sich ihr an-genehm machen wollte. Er selbst war au solche Spiele gewöhnt; erhatte sie öfter in Rom und anderwärts mit angesehen und war da-durch gegen den Entsetzen erregenden Anblick abgestumpft. Kaum dreiJahrzehnte später mußten seine besiegten Stammesgenossen in derselbenStadt und auf dem von ihm erbauten Theater einander auf dieselbeWeise zerfleischen.

Von seinem Großvater Herodes hatte Agrippa die Neigung geerbt,sich bei den Griechen beliebt zu machen. Wie dieser Geschenke nachAthen und anderen griechischen und ionischen Städten schickte, so hatauch sein Enkel dieser halbverkommenen Stadt, ehemals der Mutter derKünste, eine Wohltat erwiesen, welche von den Bürgern nicht so baldvergessen wurdet. Auch den Bewohnern von Cäsarea, welches Herodeszur Nebenbuhlerin Jerusalems gemacht hatte, und denen, welche in derHafenstadt Sebast os, einem eigenen Viertel, wohnten, erwies AgrippaWohltaten, und sie erschöpften sich in Zeichen der Dankbarkeit gegenihn. Die Sebastener setzten seinen drei Töchtern Bildsäulen und schlugenihm zu Ehren eine Denkmünze mit seinem Bilde und der Inschrift:

!) Eorpus Insoriplionum (Iraeoe. I, 361. Die Inschrift lautet: '/I

L-.nvö X. >r. Da Berenike hierSprößling der Wohl-täter der Stadt" genannt wird, so muß Agrippa Athen ebenfalls eine Wohl-tat erwiesen haben.

2) Josevh. Altert. XIX, 9, 1. x«i rolv köno-LMV

«drov Die Bildsäulen der Töchter Agrippas, von

denen das. die flleüe ist, roix avöpeolvras 'rölv a^ 77 tt-

a-rrrk?, hatten die Cäsarenser und Sebastener, d. h. Bewohner der Hafen-stadt Sebastos, ihnen zu Ehren gesetzt, nicht Agrippa selbst, wie Schürer undAndere angenommen haben. Die Münze mit dem Agrippakopfe und demBilde der Fortuna (bei Uaääeu, Xninisin. II, 133, Xo. 1.) hat auch nichtAgrippa selbst geschlagen, sondern ihm zu Ehren die Cäsarenser, was die Inschriftan dem Revers aussagt: 7t>77^7'7^k 77 777" 0^ . . . Die Lücke hat Mionnetglücklich ergänzt npoe I'k/lc-arw Sämtliche Agrippa-Münzen, welche

entweder Casus' (Caligulas) oder Claudius' Kopfbild zeigen, sind von denStädten, wo sie geprägt wurden, geschlagen: Anthedon (Agrippias) svergl.Schürer II", 91s, ebenso Liberias und wahrscheinlich auch Gaza (dazu ge-hört wohl auch die Münze mit dem Agrippa-Kopf auf der einen und demMiniaturbilde seines Sohnes zu Pferde auf der andern Seite, p. 138). Alsonicht Agrippa hat seinen eigenen Kopf oder die Köpfe der Kaiser auf Münzenprägen lassen. Seine Anhänglichkeit an das Judentum war denn doch auf-richtiger, als Keim und Schürer annehmen. Er hat kein Bildnis machen lassen.Die Münze mit der Inschrift (die auf der einen Seite eine