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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Agrippa I.

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ergreifen, merkte man an seinen Handlungen, daß eine Umwandlung niitihm vorgegangen war, und daß der stürmische Thronwechsel in Rom, dereinen übermütigen Kaiser gestürzt und einen Schwächling emporgehobenhatte, einen tiefen Eindruck auf ihn gemacht hatte. Aus dem leicht-sinnigen Agrippa war ein ernster Mann geworden. Der Höfling warverschwunden und an seine Stelle trat der Patriot, der gewissenhafteRegent, der sich bewußt war, was er seiner Nation schuldete. DerHasmonäer in ihm hatte den Herodianer überwunden. Unter Agrippagenoß Judäa zum letzten Male eine Spanne Zeit ungetrübten Glückes.Er bestrebte sich so sehr mit der Nation zu gehen, selbst auf dieGefahr hin, die Gunst der Römer einzubüßen, daß er die erbittertste»Köuigsfeinde entwaffnete und sie zu seinen Freunden machte. DenHäuserbesitzern Jerusalems erließ er die Häusersteuer ^), vermutlich weilsie verpflichtet waren, den Festbesuchern unentgeltlich Wohnungen ein-zuräumeu und demnach keinen Mietzins von ihren Besitzungen ziehendurften 2 ); die Hauptstadt galt als ein der ganzen Nation gehörendesEigentum.

Die Quellen können Agrippas Anhänglichkeit an das Judentumnicht genug rühmen 2), als ob er sich bestrebt hätte, das wieder gut zumachen, was sein Ahn Herodes verbrochen hatte. Die ganze Nationfühlte sich nämlich in der Zeit nach Caligulas gewaltsamem Ende ge-hoben und hochgestimmt. Sie war plötzlich von einer der beiden gleichentsetzlichen Gefahren, entweder ihrem Apostelamte, Hüter der reinenGotteserkenntnis gegen das Götzentum zu sein, untreu zu werden oderdurch Widerstand unterzugehen, befreit worden. Abermals hatte sichder Finger Gottes in ihrem Geschicke gezeigt. Die Hoffnungen ihrererbitterten Feinde waren zu Schande geworden. Daher beging sie indiesem Jahre die gelegentlichen Feste mit freudigem Herzen und dank-barem Gefühle.

Das Darbringen der Erstlinge von den Früchten im Tempel, bisdahin ohne festlichen Charakter, wurde in diesem Jahre besondersfeierlich mit Sang und Klang begangen den ganzen Sommer hindurch.Die Gartenbesitzer in Städten und Dörfern sammelten sich in Gruppenmit den Erstlingsfrüchten in zierlichen Körben, die Reichen darunterin silbernen und goldenen, und zogen nach dem Hauptort des Kreises.Der versammelten Menge rief ein Führer zu:Auf! Wir wollen

nach Zion dem Tempel unseres Gottes wallen". Unter Flötenspielzogen sie nach Jerusalem. Jedem solchen feierlichen Zuge gingen vor-

*) Josephus Altert. XIX, 6, 3.

2) Tosspbta. Na'assr 8ebeni I, 12 svergl. b. 26 ach

2) Josephus das. 6, 1. 2; 7, 2; Ussacbim 88 b, 107 b. Xstubbot 17 a