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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Geschichte der Juden.

So hatte Judäa unter Agrippa wieder dieselbe Ausdehnung wiefrüher, ja einen noch größeren Umfang als unter den hasmonäischenKönigen und unter Herodes I., wie denn überhaupt Agrippas vier-jährige Regierung (4144) das glanzvolle Abendrot des judäischenStaates war.

Herodes II., dem Bruder und Schwiegersöhne des KönigsAgrippa indem er dessen Tochter, die schöne Berenice, nachdem ihrVerlobter Marcus, Sohn des Arabarchen Alexander, gestorben war,geheiratet hatte erteilte Claudius den Rang als Prätor und machteihn. zum Fürsten von Chalkis am Libanon. Auch dieser Teil Syrienskonnte gewissermaßen zn Judäa gezählt werden, da er von einemjudäischen Fürsten beherrscht wurde. Der Umschwung der Dinge inRom nach Caligulas Tode kam auch den Jndäern Alexandriens zustatten. Der Kaiser Claudius, der mit dem Arabarchen Alexander be-freundet war, befreite ihn aus dem Kerker, in den ihn sein Vorgängerhatte werfen lassen, und schlichtete den Streit in Alexandrien zu Gunstender Judäer. Ehe die Nachricht von dem Thronwechsel in der ägyptischenHauptstadt bekannt war, hatten nämlich die judäischen Alexandriner zuden Waffen gegriffen, um den täglichen Leiden und der Schmach einEnde zu machen. Caligulas Parteilichkeit gegen sie hatte zur Selbst-hilfe herausgefordert; denn ihre Kraft war noch nicht gebrochen. Darauferließ der neue Kaiser ein Edikt, welches die Privilegien und die Gleich-stellung der alexandrinischen Gemeinde bestätigte und die Ruhe, die solange unterbrochen war'), wiederherstellte. Die Arabarchenwürde, dieden alexandrinischen und ägyptischen Judäern überhaupt von außer-ordentlicher Wichtigkeit war, weil sie dadurch von den römischen Beamtenunabhängig und nur einem Oberhaupte aus dem eigenen Stammeuntergeben waren, stellte der Kaiser wieder her, sowie alle Gerechtsameunv Privilegien, die sie unter den Ptolemäern und den ersten römischenKaisern genossen hatten. Auf Agrippas Anregung gewährte Claudiusden Judäern im ganzen Reiche Religionsfreiheit, so daß sie von ihrenheidnischen Nachbarn in der Ausübung ihrer Riten nicht gestört werdenkonnten 2). Nach einer unverbürgten Nachricht soll Claudius sich auchso sehr für Philo und seine blühende griechische Beredsamkeit interessierthaben, daß er ihn aufforderte, seine Darstellung von den Leiden seinerjudäischen Mitbürger unter Flaccus und seinen Bericht über die Gesandt-schaft an Caligula im Senate vorzuleseu^).

Als Agrippa mit Ehren überhäuft, von dem Kaiser entlassen, vonRom nach Judäa zurückkchrte, um Besitz von seinem Königreiche zu

i) Jos. Altert XIX, 5, 3. Josxphus das. 5, 2.

°) Eusebius Kirchengeschichte II, 18.