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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Geschichte der Juden.

die Gewaltmaßregel gegen das Judentum geändert. Der judäischeKönig hatte einen so mächtigen Einfluß auf Caligula, daß die Römerihn und Antiochos von Commagene als seine Lehrer in der Tyranneibezeichneten i). Aprippa weilte in dieser Zeit wieder in der Nähe desKaisers; er scheint ihn auf dem Kriegsschauplatz in Gallien aufgesuchtzu haben"), wo Caligula kindische Siege errang. Er begleitete ihnauch nach Rom, um Zeuge von seinen Triumphen zu sein. Als derWahnsinnige auf dem Throne der Cäsaren göttliche Ehre forderte undbefahl, sein Bildnis auch im Tempel zu Jerusalem aufzustellen, wares Agrippa gewiß nicht gleichgiltig; aber er war zu sehr Höfling, alsdaß er seinen wahnwitzigen Launen geradezu entgegenzutreten gewagthätte. Er stellte sich vielmehr, als ob ihn der Notschrei seiner Stammes-genossen nichts anginge, veranstaltete einen verschwenderischen Schmausfür den Kaiser und dessen Günstlinge und setzte für sie die seltenstenLeckerbissen auf die Tafel. Aber unter diesem Schein der Gleichgiltig-keit gegen seine Religionsgenossen erreichte er seinen Zweck. Caligula,durch so viel Aufmerksamkeit bestochen, forderte Agrippa auf, sich eineGunst von ihm zu erbitten, er wolle sie ihm gern gewähren. Er kannteihn nur von der leichtsinnigen Seite und konnte sich nichts anderesdenken, als daß Agrippa sich neuen Länderbesitz und Vergrößerungseines Reiches ausbitten werde. Wie erstaunte er aber, als Agrippanichts weiter wünschte, als daß er das Edikt bezüglich der Bildsäuleznrücknehmen sollte! So uneigennützig, so fromm, so selbständig demWillen des Kaisers gegenüber hatte er sich den dienstfertigen Schmeichlernicht gedacht. Der schlaue Caligula war überlistet. Sein Wort zurück-zunehmen, mußte er sich als Kaiser schämen, und so erließ er(Nov.Dez. 40) ein Schreiben an Petronius des Inhalts:Wenn

seine Bilvsäule noch nicht im judäischen Tempel aufgestellt wäre, dieAngelegenheit ruhen zu lassen." Inzwischen bekam er das Schreibenin welchem Petronins seine Bedenklichkeit und die große Schwierigkeitseines Auftrages auseinandergesetzt hatte. Mehr brauchte es nicht, umdiese leidenschaftlich erregte eigensinnige Natur in Wut zu versetzen.Ein Statthalter sollte es wagen, dem Kaiser von Schwierigkeiten zusprechen! Petronius müsse von den Judäern bestochen worden sein.Anders konnte er sich die Sache nicht denken. Ein neuer, drohendstrenger Befehl wurde erlassen, daß der ungehorsame Statthalter zumwarnenden Beispiel für andere sich selbst den Tod geben sollte. Eheaber Petronius dieses für die Judäer, wie für ihn selbst gleich gefahr-volle Schreiben in die Hände bekam, war bereits die Nachricht ein-

*) Dio Oassius 59, 24. ") Das.