Caligula's wahnsinniges Tun.
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(später Hohepriester) soll das Volk beruhigt haben; die Tempel-entweihung werde nicht eintreten*). Indessen war Petronius mit zweiLegionen an die Grenze Judäas in Akko eingerückt. Da aber dieRegenzeit des Herbstes bevorstand, und ein verzweifelter Widerstandder Judäer vorauszusehen war, beschloß er in Akko zu überwintern,um Caligulas Befehl, wenn es zum Kampfe kommen sollte, im Frühjahrmit Nachdruck durchzusetzen. Viele tausend Judäer strömten zu Petroniusund verhehlten ihm nicht, daß sie lieber alle Todesarten erdulden, alsdie Entweihung ihres Tempels durch ein Menschenbild zugeben wollten.Petronius in Verlegenheit, wie er das ihm selbst wahnsinnig scheinendeEdikt durchsetzen sollte, ging mit den Räten des Königs Agrippa zuRate und bat sie, durch ihren Einfluß das Volk nachgiebiger zu stimmen.Zu diesem Behufe begab er sich nach Agrippas Hauptstadt Tiberias.Auch an diesem Aufenthaltsorte des Statthalters strömten viele tausendJudäer zusammen, ohne feindliche Absicht, nur als Flehende, um aufPetronius' Gemüt zu wirken. Wiederholentlich erklärten sie, das ganzeVolk sei entschlossen, lieber zu sterben, als die Entweihung mit anzusehen.Daß es dem Volke Ernst damit war, bewies es durch die Vernachlässigungdes Ackerbaues, indem es vierzig Tage vorübergehen ließ, ohne dieSaat zu bestellen^). Die judäische Aristokratie hielt diesmal zum Volke,selbst Agrippas Bruder Aristobul und Helkias der Ältere, ebenfallsein Herodianer, der mit Agrippa verschwägert war, waren über dieZumutung entsetzt. An dieser Tatsache kann man erkennen, wie festdas Judentum durch die Bemühungen der Pharisäer in den Gemüternwurzelte. Zwei Jahrhunderte vorher hatten bei einem ähnlichen An-sinnen des Antiochus Epiphanes Glieder der Hohenpriesterfamilie selbstdie Hand zur Entweihung geboten und Verrat am Gesetze geübt, währendjetzt sogar die halbentsremdeten Herodianer widerstanden. Auf den Ratder jndäischen Großen schilderte Petronius dem Kaiser die Sachlageund glaubte ihn milder stimmen zu können. Das Volk beruhigte ermit der Versicherung, daß er nicht eher etwas unternehmen wolle, alsbis neue Verhaltungsbefehle eingelaufen sein würden, und ermahntees, an den Feldbau zu denken, um ein Notjahr zu verhüten. Alsdenkwürdig hat die Chronik das Ereignis aufbewahrt, daß es sofortnach Petronius' beruhigender Rede anfing zu regnen, während bis dahinTrockenheit geherrscht hatte und eine Mißernte in Aussicht stand.
Bevor jedoch noch Petronius' Schreiben in den Händen des Kaiserswar, hatte er durch Agrippas Vermittelung seinen Sinn in bezug auf
Z Note 19 und 21.
2 ) Josephus Altert. XVIII, 8, 2—4. Vergl. über das ChronologischeNote 2l. b) Das. 8, 5—6.