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Geschichte der Juden.
ermahnt, ihre gerechte Sache von jetzt an Gott anheim zu stellen Z.Welchen Beschluß der Kaiser gefaßt hat, ist nicht bekannt, nur so vielist gewiß, daß der Arabarch Alexander in den Kerker geworfen wurde ^).
Während die judäischen Gesandten noch dem wahnwitzigen Kaiserbei seinem kindischen Treiben in Dikäarchia am Meeresstrande, wohinsie ihm aus Rom nachgefolgt waren, auf Schritt und Tritt nachgingen,um zu Worte zu kommen, wurden sie von einer Schreckensnachricht fastbetäubt. Ein Judäer stürzte auf sie zu und teilte ihnen unter Schluchzenin gebrochener Rede mit: „Unser Tempel in der heiligen Stadt isthin, auch ihn läßt Caligula entweihen"! Gereizt wurde dieser wahn-witzige Kaiser gegen die Judäer in Judäa durch den Bericht eines seinerverworfenen Beamten Capito, welcher in Jamnia, dem Erbbesitz deskaiserlichen Hauses, für den Kaiser die Steuern eintrieb. Die Bewohnerdieser Stadt waren meistens Judäer. Nichtsdestoweniger spielten dieeingewanderten Griechen in derselben die Herren, suchten die Judäer zukränken und legten es darauf an, deren religiöse Bräuche zu verhöhnenund zu stören. Sobald die heidnischen Jamnienser Kunde von CaligulasSelbstvergötterung vernahmen, errichteten sie einen Altar, um für ihnzu opfern, in der Absicht, die Judäer damit zu kränken. Diese versammeltensich und zerstörten ihn. Diesen Vorfall berichtete Capito dem Kaiser,übertrieb ihn und stellte ihn als Tempelschändung und Majestäts-beleidigung dar.
Caligulas Zorn, sich gerade von den Judäern, denen er bishernur Wohlwollen gezeigt hatte, als Gott verschmäht zu sehen, kanntekeine Grenzen. Nicht bloß in den Synagogen, auch im Tempel zuJerusalem sollte seine Bildsäule aufgestellt und der Widerstand mitmilitärischen Mitteln gebrochen werden. Der Statthalter von Syrien,Petro nius, erhielt den Befehl, mit seinen Legionen in Judäa einzurückenund mit ihrer Hilfe die Verwandlung des judäischen Heiligtums ineinen Götzentempel durchzusetzen. Man kann sich den Todesschreckender judäischen Nation bei dieser Nachricht nicht denken. Es war dasAllerschwerste, was ihr zugemutet werden konnte; es war, als sollteder ganzen judäischen Nation der Lebensodem ausgeblasen werden.An ein Nachgeben war nicht zu denken, so schwebten allen diedüstersten Bilder der kommenden Dinge vor. Am Vorabend desHüttenfestes (Oktober 40) traf die Botschaft in Jerusalem ein, unddie festliche Stimmung verwandelte sich in die tiefste Niedergeschlagen-heit. Ein wegen seiner Frömmigkeit hochverehrter Priester Simon
r) Josephus Altert. XVIII, 8, 1.
°) Das. XIX, 5, I.