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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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339
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Die alexandrinische Gesandtschaft. 339

Helikon und Apelles aus Askalon, den Genossen seiner Geilheit,welche beide die Judäer tief haßten. Apelles, ein berühmter tragischerSchauspieler seiner Zeit, brachte seinen Judenhaß aus seiner HeimatAskalon nach Rom, und Helikon brachte ihn aus Ägypten an den Hofdes Kaisers, und da sie als seine ständigen Begleiter stets sein Ohrhatten, so war es ihnen ein Leichtes, ihm ihren ingrimmigen Judenhaßeinzuflößen i). Kaum konnten die judäischen Gesandten, als sie zurAudienz zugelassen wurden, zu Worte kommen. Caligula empfing sie,während er seine Landhäuser besichtigte, bald dies bald jenes darantadelnd oder lobend. Bald richtete er eine schnurrige Frage an sie,und ohne eine Antwort abzuwarten, ging er zu einem andern Gegenstandüber, der seine Aufmerksamkeit erregte, und dieses alles in unruhigerBeweglichkeit. Sein erstes Wort an die judäischen Gesandten war ingrinsendem Tone:Ihr seid also die Gottverächter, die mich nicht als

Gott anerkennen wollen, sondern lieber einen Namenlosen vergöttern,während mich außer euch alle verehren?" Darauf brach er mit auf-gehobenen Händen in eine so schneidende Lästerung gegen den Gottdes Judentums aus, daß der Geschichtsschreiber (Philo) sich scheute,das Wort niederzuschreiben. Als darauf Jsidorus des Kaisers Zornnoch mehr durch die Bemerkung erregte, daß alle Völker für des KaisersHeil geopfert, während die Judäer allein es unterlassen, beteuerten diejudäischen Gesandten, sie hätten bei drei glücklichen Anlässen Freuden-opfer für ihn gebracht: bei seiner Thronbesteigung, bei seiner Genesungvon einer schweren Krankheit und bei der Nachricht von seinem soge-nannten Sieg über die Germanen. Darauf fiel Caligula ihnen insWort:Sei es, daß ihr für mich geopfert, aber was nützt es, daßihr für mich geopfert und nicht mir!" Und ohne eine Antwortabzuwarten, ging er zur Besichtigung seiner Landhäuser über. Dannwendete er sich zum dritteumale an die judäischen Gesandten mit derFrage:Warum eßt ihr kein Schweinefleisch?" zur höchsten Ergötzungaller heidnischen Zuhörer, die er noch durch andere Schnurren belustigte.Darauf fragte er die Gesandtschaft: Ich wünschte zu wissen, auf welcheTitel ihr eure Gleichstellung stützt?" und lief dann, ohne die Recht-fertigung abzuwarten, davon. Bei der Verabschiedung der Gesandtschaftsagte er:Die Menschen scheinen mir weniger schlimm als dummzu sein, daß sie meine Göttlichkeit leugnen" 2). Nach einer andernglaubwürdigen Nachricht soll Caligula sie in heftigem Zorn entlassenhaben, und Philo, welcher nichts Gutes ahnte, habe seine Mitgesandten

*) Philo, Gesandtschaft an Casus 26, L II, 570 fg., das. 30, 576. Überden Tragöden Apelles vergl. Sueton, 6ali§nla 33, Via Lassins 59, 5.

's Philo das. 4315 lll. II, 597599.

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