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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Geschichte der Juden.

größte» Teil der philosophischen Schriften und namentlich die wichtigsten,welche den Feingehalt des Judentums darlegen, hat Philo erst nachder Rückkehr von der Gesandtschaft verfaßt.

Das war der Mann, welchen die alexandrinische Gemeinde zu ihremFürsprecher beim Kaiser wählte. Ob auch Philos Bruder Alexander ander Gesandtschaft teilgenommen, wird nicht erzählt,, kann aber voraus-gesetzt werden, da ihn Caligulas Zorn in den Kerker hat werfen lassen.Die heidnischen Alexandriner hatten auch ihrerseits eine Gesandtschaft anden Kaiser abgehen lassen, um die Gleichstellung der Jndäer zu Hinter-treiben. An der Spitze derselben stand der Erzjudenfeind Apion Z, Ver-fasser der Schmähschrift gegen die alexandrinische Judcnschaft. Auch dergiftigeJsidorus gehörte zu der Gesandtschaft^). Es handelte sich bei dieserGesandtschaft nicht bloß nm die Privilegien einer Körperschaft, sondernim Grunde um Duldung oder Verfolgung der Judäer. Zum erstenMale in der Geschichte trat das Judentum mit dem Heidentum in dieSchranken, vollständig vertreten von zwei Männern, welche beide vonder Milch der griechischen Kultur genährt waren. Wenn beide Religions-nnd Kulturformen nach ihren Vertretern beurteilt worden wären, sowäre wohl die Entscheidung zu Gunsten des Judentums nicht zweifelhaftgewesen. Philo, voller Würde und Ernst, vertrat das verkörperteStreben nach Wahrheit und dem sittlichen Ideale. Apion, voller Leicht-fertigkeit und Schmähsucht, repräsentierte das verkörperte Bild derzungenfertigen Ruhmredigkeit und der eitlen Selbstgenügsamkeit desgesunkenen Griechentums. Philo verachtete so sehr seinen Gegner, denSchwätzer Apion, daß er in dem Berichte über diese Gesandtschaftseinen Namen unerwähnt ließ. Dieser Bericht war in fünf Bücherngeschrieben, wovon jedoch nur ein vollständiges Stückgegen Flaccus"und eine Überarbeitung unter dem TitelGesandtschaft an Casus"auf uns gekommen sind.

Der Ausgang dieses Streites zwischen den heidnischen und judäischenAlexandrinern ist zweifelhaft. Caligula, welcher Schiedsrichter derstreitenden Parteien hätte sein sollen, war selbst leidenschaftliche Parteiin dieser Sache. Er haßte die Judäer, weil sie ihn nicht als Gottanerkennen und verehren wollten, während alle übrigen seinem Zepterunterworfenen Völker in niedriger Gesinnung ihm göttliche Verehrungzollten. Aufgestachelt wurde Caligula, wenn es bei einer leideuschaftlicbeu,sich selbst vergötternden Natur noch dessen bedurfte, von zwei verworfenenWesen, die er aus dem Schmutze an sich gezogen hatte: dem Ägypter

*) Josephus Altert. XVIIl, 8, I.

2) Gesandtschaft an Cajus 45, Al. II, 598.

o) L Note 25.