Philo.
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Sorgen stürzte*). Es kann aus diesen Worten hervorgehen, daß Philomit irgend einem Amte betraut worden war, vielleicht als Mitglieddes Rates ausgenommen wurde, dem er sich als Bruder des Arabarchennicht hätte entziehen können. Oder meinte er damit, daß ihn der Leidens-stand seiner Stammes-und Religionsgenossen aus seinem beschaulichenLeben gerissen hat? Mit Wehmut blickte er in seinen späteren Jahrenauf seine frühere Beschäftigung zurück und klagte, daß ihm das praktischeLeben den Hellen Blick ins Reich des Geistes getrübt, seinen hohenGedaukenflug gehemmt habe, tröstete sich aber, daß ihm doch noch soviel Schwungkraft geblieben, um ihn in ungestörten Augenblicken dasHaupt wieder emporhebeu zu lassen. Er spricht dafür seinen innigenDank gegen Gott aus, daß er seinen Geist in der überströmenden Flutdes Alltäglichen nicht habe uutergehen lassen und ihn mit dem Lichteder Weisheit so umstrahle, daß sein Leben nicht in der Finsternisverkümmere ^).
Das philosophische Streben Philvs gab aber nicht bloß seinemGeiste Nahrung, sondern flößte ihm auch einen hohen Gesinnungsadelein und bildete ihn zu einem jener sittlichen Charaktere aus, denen dieTorheit, Laster und Gemeinheit der Menschen als ein unauflösbaresRätsel erscheinen. Seine Frau war stolz auf ihn und eiferte ihm inLebenseinfachheit nach. Als sie putzsüchtige Frauen einst fragten, warumsie, obwohl so reich, es verschmähe, goldenen Schmuck zu tragen, ant-wortete sie: „Die Tugend des Ehegatten ist ein hinlänglicher Schmuckfür die Frau" ^). Eine so hochbegabte Persönlichkeit wie Philo mußteeinen mächtigen Einfluß auf seine Zeitgenossen ausüben, und dieserEinfluß mußte um so tiefer sein, als in seinen Reden und Schriftender liebliche Zauber schwungvoller, blütenreicher Beredsamkeit wehte.Die Zeitgenossen konnten seinen Stil nicht genug bewundern; er erinnerteso sehr an Platos poetische Sprache, daß man von dieser Gleichheitsagte: „Plato schreibt wie Philo oder Philo wie Plato"*). PhilosHauptstreben ging dahin, die Philosophie seiner Zeit mit dem Judentumezu versöhnen, oder richtiger, nachzuweisen, daß das Judentum die wahreuntrügliche Philosophie sei. Diese Aufgabe war ihm nicht das Spielvon Berstandesübungen, sondern heiliger Ernst. Seine Seele war sovoll von diesen Betrachtungen, daß er, wie er von sich erzählt, öfterin Verzückung geriet und innere Offenbarungen zu vernehmen glaubte,die er in nüchternen Augenblicken nicht hätte fassen können^). Den
i) Philo äs spsoislibus IsKibus 1, N. II, 299. ch Das.
3) Fragment aus Antonius' Homilien bei Mangey II, 673.
4) Ilisi'ouzuuns oututog'us soriptt. seelssiastt. sxmtols, aä UaKUum 83.
b) Philo äs Olisi'ubtin 9, LI. I, 143.
Eraetz. Geschichte der Juden. III.
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