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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Geschichte der Juden.

wurden dazu auserwählt. Einer der Gesandten war der judäischePhilosoph Philo, der durch Geburt, gesellschaftliche Stellung, tiefeBildung nnd glänzende Beredsamkeit so sehr hervorragte, daß keinbesserer Anwalt für die gerechte Sache gewählt werden konnte. Philohat vermöge seiner Schriften nicht mir auf seine Zeitgenossen, sondernans die Folgezeit auch über den judäischen Kreis hinaus so tief ein-gewirkt, daß die wenigen erhaltenen Züge aus seinem Leben nicht über-gangen werden dürfen.

Als Bruder des Arabarchen Alexander gehörte Philo (geb. um 10vor, st. um 60 nachchr. Z.) zu der angesehensten und reichsten Familieder alexandrinischen Gemeinde. Er erhielt in seiner Jugend diejenigeallgemeine Bildung, welche vornehme Eltern für ihre Söhne als uner-läßlich hielten. Bon unersättlicher Lernbcgier getrieben, eignete er sichdiese Bildung vollkommen an. Er erzählt selbst, er habe in frühesterJugend den Stnfengang der freien Wissenschaften (kh-xv-U»--») durchgemacht,und obwohl jede derselben, gleich schönen Sklavinnen, ihn angezogen,habe er sich doch nicht von ihnen fesseln lassen, um die Gebieterinderselben, die Philosophie, zu vernachlässigen st. Die Neigung zumetaphysischen Untersuchungen hat sich bei Philo frühzeitig entwickeltund erweckte in ihm eine so schwärmerische Liebe dafür, daß er sichnnermüdet damit beschäftigte und an nichts anderem Freude fand.In dem Äther der Begeisterung schwelgend, hatte er, wie er sich selbstansdrückt, keinen Sinn für Ehren, Reichtum, körperliche Vergnügungen.Er kam sich vor, als wenn er mit Sonne, Mond nnd Gestirnen imWeltall herumschwebte st. Philo gehörte zu den wenigen Anserwählten,die nicht auf der Erde kriechen, sondern im hohen Geistesfluge sich vonden Banden des Irdischen frei zu machen wissen. Er fühlte sich glück-lich, der niederen Sorgen und Beschäftigungen enthoben zu sein. Obwohler für Philosophie schwärmte, stand ihm das Judentum noch höher,das er diewahre Weisheit" nannte. Wenn er auf der reichenFlur der griechischen Philosophie Gedankenblumen pflückte, so wand erdaraus einen Kranz, um das Judentum damit zu schmücken. In seinreiches Schrifttum hatte er sich ganz vertieft; allein es war ihm nuraus der zweiten Hand, durch die griechische Übersetzung, bekannt. Obwohldie hebräische Sprache ihm nicht unbekannt war, so war sie ihm, wieden judäischen Alexandrinern überhaupt, nicht so vertraut, um denheiligen Text in der Ursprache zu verstehen. Eine geraume Zeit hattePhilo ein ausschließlich theoretisches Leben geführt, als ihn ein Vorfall,wie er mit Bitterkeit bemerkt, mit aller Gewalt in den Strudel politischer

st Philo äs eoutz-rsssn (luasrenäae sruäiUoui8 Kiatia 14, U. I, 530.

st Das. äs 8i>soialibus lexibno 1, U. II. 299.