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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Streit um die Gleichstellung der Judäer in Alexandrien. 333

Judäer sich dagegen sträuben und so den Zorn des Kaisers auf sichladen würden. Dies gab Veranlassung zu neuem Streit, indem derdamalige Statthalter von Ägypten sich darein mischte, um sich beidem Kaiser in Gunst zu setzen. Er wollte den Jndäern die göttlicheVerehrung des Kaiserbildes aufzwingen, und da sie ihre Religionsgesetzedagegen geltend machten, wollte er das Ruhen am Sabbat verbieten,indem er darin den Schwerpunkt des Judentums erblickte. Zu denangesehensten der Judäer sprach er:Wie, wenn ein plötzlicher Überfallvon Feinden oder eine reißende Überschwemmung oder eine wütendeFeuersbrunst, wenn Hunger, Pest, Erdbeben über euch kämen, würdetihr den Sabbat auch dann so streng beobachten, auch dann die Händein den Schoß legen, und nichts zu eurer Rettung unternehmen? Würdetihr auch dann in euren Synagogen müßig sitzen, das Gesetz zu lesenund dunkle Stellen durch lange Reden zu erklären? Oder würdet ihrnicht alles von euch abschütteln und zur Rettung eurer Eltern undKinder, eurer Habe und Güter, eures eigenen Lebens euch rüsten?Nun sehet, ich werde das alles für euch sein, der Überfall von Feinden,die reißende Überschwemmung, das wütende Feuer, der Hunger, dieSeuche, das Erdbeben, die sichtbare Gestalt des unerbitterlichen Ver-hängnisses, wenn ihr nicht meinem Befehle nachkommet" ^). Aber wederdie Großen, die er durch diese Drohworte einzuschüchtern gedachte, nochdas Volk ließen sich dazu verleiten; sie blieben ihrer Religion treuund waren bereit, die schwerste Pein über sich ergehen zu lassen. In-dessen scheinen auch einige aus Furcht oder Ehrgeiz zum Heidentumübergegangen zu sein. Der judäische Philosoph Philo weiß vonAbtrünnigen seiner Zeit und seiner Gemeinde zu erzählen und schildertsie als leichtsinnig, sittenlos und von niedriger Gesinnung ^). Auch derSohn des Arabarchen Alexander, mit Namen Tiberius JuliusAlexander verließ das Judentum uud erreichte später hohe Würdenim römischen Staate. Gleichgiltigkeit gegen das Judentum hatte wohlauch Anteil an dem Abfall einzelner. Denn die höhere philosophischeBildung, die bei den alexandrinischen Jndäern von frühester Zeit anEingang gefunden, hatte sie znm Nachdenken über das Judentum imganzen und über einzelne Gesetze gebracht, und sie glaubten annehmenzu müssen, daß manches nur eine symbolische Bedeutung habe, umgewisse Gedanken und Gesinnungen anzuregen. Wenn man diese Ideenund Gesinnungen sich angeeignet habe, so sei die Beobachtung der

1) Philo äs 80 WNÜ 8 18, N. I, 675; vergl. Note 25 sSchürer 1^, -198,Amn. 162, will den Vorgang vielmehr unter Flaccus setzen. Vergl. auch III525531s.

") Das. äs noeuitsulig. 2, U. II, 406.