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Geschichte der Juden.
Jungfrauen entgingen der Untersuchung Diese Leiden zogen sichbis über die Mitte des September hin. Da kam plötzlich ein kaiser-licher Abgeordneter an, um Flaccus zu entsetzen und ihn zur Ver-antwortung nach Rom zu bringen, aber nicht um das himmelschreiendeUnrecht zu sühnen, sondern weil er dem Kaiser verhaßt war. AmHüttenfeste 2) erhielten die Unglücklichen, in einen Winkel zusammen-gepfercht, die frohe Nachricht von Flaccus' Entsetzung. Er wurde zumExil verurteilt und später getötet.
Sein Nachfolger Bassus (?)^) wird wohl die Ordnung wiederhergestellt und die Jndäer vor neuen Ausbrüchen der Volkswut geschützthaben. Aber zu Ende war das Trauerspiel noch nicht. Namentlichwar die Gleichberechtigung der Judäer mit den Griechen, die Flaccusihnen entzogen hatte, noch immer der Gegenstand eines heftigen Streites.Bei dieser Gelegenheit setzte der Hauptjudenfeind Apion in einer Schriftgegen die Judäer mit sophistischen Kniffen auseinander, daß die Judäernur als Gefangene nach Alexandrien gekommen wären ^), und daß ihnenwegen ihrer Niedrigkeit der schlechteste Teil der Stadt, die Nachbarschaftder Meereswogen, zugewiesen wäre. Indem er das Wohlwollen, mitdem mehrere ägyptische Herrscher, wie Euergetes I,, Philometor VI.,seine Gattin und Tochter Kleopatra die Judäer behandelt hatten, gänzlichverschwieg und die um die Förderung des ägyptischen Reiches verdientenjudäischen Großen, Onias und Dositheos, heftig schmähte, führte ernur die den Judäern übelwollenden Herrscher, wie Ptolemäus Physkonund die letzte Kleopatra auf, von denen der erstere die Jndäer Alexandriensbeinahe von Elefanten hätte zertreten lassen (S. 48), die letztere ihnenwährend einer Hungersnot keine Getreideunterstützung hätte zukommenlassen (S. 209).
Den Streit um das Bürgerrecht hätte nur der Kaiser schlichtenkönnen, aber er befand sich damals in Germanien und Gallien, umknabenhafte Siege zu feiern und au der britanischen MeeresküsteMuscheln für seinen Triumph zu sammeln. Als er nach Rom zurück-gekehrt (31. August 40) und auf den wahnsinnigen Gedanken gekommenwar, sich als Halbgott, dann als einen der Vollgötter verehren, sichTempel weihen zu lassen und für seine Bildsäulen einen abgöttischenKultus zu erzwingen, glaubten die heidnischen Griechen gewonnenesSpiel gegen die Judäer zu haben. Sie stellten wiederum mit GewaltKaiserbilder in die alexandrinischen Synagogen, überzeugt, daß die
i) Das. 11. y 14
siy Der Nachfolger war, wie wir jetzt wissen, C. Vitrasius Pollio,s. das Nähere bei Schürer 1 ^, 499 f.j
4) Josephus gegen Apion 17, 2 — 6 .