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Geschichte der Juden.
gebrauchen. Bei der Nachricht, daß Agrippa mit dem Königsdiademgeschmückt worden sei, empfanden die heidnischen Alexandriner einenganz besonders stechenden Neid, als wenn ihnen selber dadurch ein an-gestammtes Recht entrissen worden wäre *). Der Jubel der alexandrinischenJudäer, mit welchen Agrippa durch ihren Arabarchen Alexander inBeziehung stand, hatte ihre heidnischen Mitbürger noch mehr gereiztund zu Tätlichkeiten gegen sie aufgestachelt. Urheber und Anführer derjudenfeindlichen Demonstrationen waren zwei nichtswürdige Leute, einbestechlicher Geschichtsschreiber Jsidoros, den der Volkswitz die Blut-feder nannte, weil er mit seiner Federfuchserei so
manchem das Leben geraubt, und Lampo, einer jener gewissenlosenWüstlinge, wie sie eine entsittlichte Hauptstadt unter einem heißen Klimaerzeugt. Diese beiden Wühler (r«^>a?«7io'z-ökr) beherrschten einerseitsden willenlos gewordenen Statthalter und lenkten anderseits den Pöbel,der auf ihren Wink ihren Judenhaß befriedigtes.
Unglücklicherweise berührte Agrippa, dessen Glückswechsel denAlexandrinern in die Augen gestochen hatte, auf seiner Reise von Romnach Judäa (Juli 38) auch Alexandrien. Wollte er bloß seine Freundebegrüßen, wie seine Verteidiger behaupteten, oder wollte er seinerEitelkeit fröhnen, sich in der zweiten römischen und zweiten judäischenGroßstadt in königlichem Schmucke angaffen zu lassen, wie seine Feindeaussprengten? Genug, sein Erscheinen gab der feindlichen Gärunggegen die Judäer Nahrung und Veranlassung zu Zusammenrottungen.Der Statthalter, der sich durch Agrippa verdunkelt sah, freute sichinnerlich darüber. Die Zusammenrottungen begannen mit einer Posseund endeten für die Judäer mit blutigem Ernste. Zuerst wurde Agrippaund mit ihm die Judäer auf eine empfindliche Weise verspottet. DieMenge setzte einem harmlosen Narren Carabas, Spielball deralexandrinischen Gassenjugend, eine Krone aus Papyrus auf, hängteihm ein Binsengeflecht als Mantel um, gab ihm die erste beste Peitscheals Szepter in die Hand, stellte ihn ans einen hohen Punkt desGymnasion, begrüßte ihn mit komischen Geberden als König und nannteihn auf chaldäisch Marin (unser Herr). Darauf stürmte der auf-geregte Pöbel schon am frühen Morgen in die Synagogen (Proseuchen)und stellte Kaiserbilder daselbst auf mit dem Vorgeben, sie Caligulaweihen zu wollen ^). Auf das Drängen der Judenfeinde entzog Flaccusnoch dazu den judäischen Bewohnern Alexandriens ihr Jahrhundertelang ausgeübtes, von den ersten Kaisern gewährleistetes Bürgerrecht
i) Philo gegen Flacus 5 ill. II, 521.
") Das. llsKatio aä Oajnin 45 U. II, 598. Vergl. in Ulaoenin 16 fg.
°) Das. in Ulaoonin 6 fg.