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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Geschichte der Juden.

gegen die Griechen an einem bestimmten Tage abzuschlachten (B. III» 309),hat Posidouins, wenn nicht erfunden, so doch unter Griechen und Römernin Umlauf gesetzt und dadurch alle Welt gegen den judäischen Stammeingenommen. Er erlebte noch die Zeit, in der Pompejus nach derEroberung Jerusalems in den Tempel eindrang und von Bewunderungerfüllt war kein Bildnis darin zu finden. Es ist aber nicht bekannt,daß er, der mit Pompejns befreundet war, seine Lügenmärchen wider-rufen hätte.

Die lügenhafte Erfindung von der Eselsverehrung und die ver-leumderische Anschuldigung von dem aufgefütterten Griechen im Tempelzu Jerusalem und von der menschenfeindlichen Gesinnung der Judäergegen alle Völker und besonders gegen die Griechen nahm der jüngereZeitgenosse des Posidonius, der mit ihm zusammen auf der Insel Rhoduslebende Redner Apollonius Molo als erwiesene Tatsachen auf undverbreitete sie weiter. Während aber der erstere sie nur nebenher alszur Geschichte der syrisch-macedonischen Könige gehörig vorgebrachthatte, machte sie der letztere in einer Schrift zum Ausgangspunkt einerförmlichen Anklage Z gegen die Judäer und deren Verworfenheit. Molo

Z Josephus bemerkt, daß Apollonius Molo nicht eine zusammenhängendeSchrift gegen die Judäer geschrieben, sondern die Beschuldigungen gegen sicsporadisch in einem Buche vorgebracht habe (contra Xpionsm H, 14)

xaL sZu den letzten Textworten vergl. Rieses Be-

merkung z. St.j Was für eine Schrift das war, ist nicht bekannt. AlexanderPolyhistor bezeichnet sie indes als eine gegen die Judäer besonders gerichteteSchrift, mindestens als ein besonderes Kapitel (bei Eusebius praep. evanK. IX, 19;

tllölwx. Das Wort avax-ox kann keineswegs opns intsK'rnin bedeuten, sondernlediglichVorbereitung, Einleitung" zu einer Auseinandersetzung. (Rich-tiger nach Schürer III", 402:Nachstellung, Bekämpfung, Streitschrift."s Indieser avaxkv?) war die Geschichte Abrahams enthalten, ziemlich getreu bis aufeinige Unrichtigkeiten, aber ohne Gehässigkeit. An die Geschichte Abrahamsund Josephs hat sich wohl ein entstellender Bericht über den Auszug ausÄgypten angereiht, nach Jos. II, 2. Mv/.«,x 4L x»L L-.-.o- x-x-? (?rkoL '/,»-4«,'mxkf »IS »örots L'üof-X. Auch über Mose und das

Gesetz enthielt diese Schrift verleumderische Anschwärzungen nach Josephusdas. II, 14. Die Fabel vom Eselskultus und der Auffütterung des Griechenhat sie ebenfalls enthalten, entlehnt aus Posidonius' Geschichte von den Seleu-ciden (s. vorige Note). Seine Schmähungen gegen den Charakter der Judäersind das. II, 14 auszüglich gegeben. Molo muß übrigens diese Schrift ver-öffentlicht haben, ehe Alexander Polyhistor seine Exzerpte zusammengetragenhat, da dieser aus jener ein Stück ausgenommen hat. Alexanders Blütezeitwird mit der Pompejus' gleichgesetzt also 82 bis 50 ante. Cicero, welcherMolo bei dessen Anwesenheit in Rom 81 gehört hatte, suchte ihn später inRhodus auf. (Zur Personensrags hat Schürer III 401 f. wohl das Richtige.)