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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Feindseliger Zwist in Alexandrien gegen die Judäer. 323

Götter und Lieblosigkeit gegen Fremde gelehrt. Die verleumderischenSchriften gegen das judäische Altertum, angeblich von dem ägyptischenPriester Manetho verfaßt (o. S. 35) waren die Quelle, woraus diegriechischen Schriftsteller ihre judenfeindlichen Belege schöpften. Jestolzer die Judäer auf ihre Religion waren und sie dem wüsten Götzentumder Heiden ihrerseits mündlich und schriftlich entgegensetzten, um somehr lag es den griechischen Schriftstellern am Herzen, das Judentumin den Schlamm hinabzuziehen und es tief unter das Heidentum zusetzen. Sie nannten die Judäer gottlos, weil sie keine Bilder verehrten,menschenfeindlich, weil sie nicht mit Heiden an einer Tafel speisenmochten, bald Feiglinge, bald Raufbolde *), je nachdem sie es brauchten.Die Hauptträger dieser feindlichen Literatur waren zwei Alexandriner,ferner ein syrischer Grieche und endlich ein Rhodier, der das Gift, daser gegen die Judäer ansspritzte, von den Lippen des Syrers gesogenhat. Der älteste dieser Schmähsüchtigen, deren lügnerische Fabeln überdas judäische Volk Griechen und Römer feindselig gegen die Judengestimmt haben, und die noch bis auf den heutigen Tag nachklingen,war der stoische Philosoph Posidonius ans dem syrischen Apamea(geb. 135 st. 51 v.). Er war Zeuge vom Aufschwünge des jndäischenVolkes unter den Hasmonäcrn Hyrkan I., Alexander I. und der KöniginAlexandra und auch Zeuge vom Verfall des syrischen Reiches, welchesdie Judäer lange in Knechtschaft gehalten hat. Diese Wahrnehmungkränkte Posidonius und erfüllte ihn mit Haß gegen die Judäer. Ererfand daher Lügenmären über ihren Ursprung und ihre Gottesver-ehrung oder verbreitete solche, welche die Schmeichler des AntiochosEpiphaues erfunden hatten, um die ruchlosen Untaten dieses Königsan dem judäischen Volke und dessen Heiligtum zu beschönigen. Inseine Geschichtserzählung nahm Posidonius das Lügengewebe auf vonder Vertreibung der Vorfahren des jndäischen Volkes wegen eineshäßlichen Aussatzes und von Moses Gesetzgebung, welche Haß gegenalle Völker lehre. Auch die ebenso lächerliche wie boshafte Fabel,daß die Judäer im Allerheiligstcn des Tempels einen Esel verehrtenund jahrans jahrein einen Griechen auffütterten, um ihn aus Haß

r) Josephus contra Spionen, II, 14.

2) Vergl. über Posidonius C. Müller Kra-Kin. bistor. Orasc. III, p. 245 fg.Mit Recht stellt Müller auf, daß das Fragment bei Diodor (excsrpta äs vir-tnts 34) über Antiochos Sidetes' Verhalten gegen die Judäer von Posidoniusstammt (p. 256); darin kommt schon die Märe vom Esel vor. Richtig ist auchdie Bemerkung, daß die angebliche Verehrung des Eselkopfes bei Apion (contra,.^pionein II, 7) von Posidonius und Apollonius Molo (d. h. eigentlich vondem elfteren) stammt und ebenso die Fabel von dem aufgefütterten Griechen(das. II, 8).

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