Schriftdeutung auf Jesu Messianität.
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Besserung der Verwahrlosten seines Volkes gearbeitet hat und vielleichtdas Opfer eines Mißverständnisses geworden ist. Sein Tod wurdedie, wenn auch unschuldige, Veranlassung von unzähligen Leiden undmannigfachen Todesarteu der Söhne seines Volkes. Millionen ge-brochener Herzen und Augen haben seinen Tod noch nicht abgebüßt.Er ist der einzige Weibgeborene, von dem man ohne Übertreibung sagenkann, er habe mit seinem Tode mehr gewirkt als mit seinem Leben.Die Schädelstätte Golgatha wurde für die geschichtliche Welt ein neuerSinai. Übrigens machten diese für die christliche Welt so wichtigenVorgänge zu jener Zeit in Jerusalem so wenig Aufsehen, daß diejudäischen Geschichtsschreiber Justus von Tiberias und FlavinsJosephns, welch letzterer selbst die geringsten Vorfälle unter Pilatuserzählt und sogar einen samaritanischen Propheten nicht übergeht, derseinen Volksgenossen die von Mose auf dem Berge Garizim verborgenenheiligen Gefäße zu übergeben sich anheischig gemacht hatte Z, daß dieseJesu und dessen Hinrichtung mit keiner Silbe gedenken 2).
Als der erste Schrecken wegen der Gefangennahme und der KreuzigungJesu, der seine Jünger auseinander gesprengt hatte, vorüber war,sammelten sie sich wieder, um über den Tod ihres geliebten Meisterszu weinen. Der ganze Anhang Jesu, wenigstens derjenige, welcher sichdamals in Jerusalem befand, betrug nicht mehr als hundertundzwanzigGlieder, und wenn alle zusammengerechnet werden, die in Galiläa anihn glaubten, nicht mehr als fünfhundert^). Und hier zeigt es sich,wie mächtig der Eindruck gewesen sein muß, den Jesus auf die größten-teils unwissenden Menschen gemacht hatte. Weit entfernt ihren Glaubenan ihn, als einen Traum fahren zu lassen, begeisterten sie sich immermehr für ihn, ja ihre Verehrung für Jesus steigerte sich bis zurSchwärmerei. Das einzige Anstößige lag für sie noch in dem Umstande,daß der Messias, der Israel erlösen und die Herrlichkeit des Himmel-reiches bringen sollte, eines schimpflichen Todes gestorben war. Wie
*) Josephns Altertümer XVIII, 4, 1.
2) Über Justus' Stillschweigen von Jesus vergl. kbotii bibliotlieca eoclsx33, abgedruckt in der Didotschsn Ausgabe des Josephus (II, p. III). DasStück Josephus Altert. XVIII, 3, 3 von Jesus wird heutzutage kein besonnenerForscher für echt halten, zumal es kein Kirchenschriftsteller vor Eusebius kennt,und Origenes (contra Oclsum I, 35) im Gegenteil bezeugt, Josephus habe JesuGöttlichkeit nicht anerkannt: äniarköv w? XproriH In Eu-
sebius' Zeit scheint diese Interpolation, wie die von Johannes dem Täufer, inJosephus' Geschichte hineingetragen worden zu sein (Vergl. die Bemerkungoben S. 276, N. 3s.
b) Apostelgesch. 1, IS; erster Korintherbrief 15, 6, wenn die Zahl nichtübertrieben ist. : ,
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